In der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall hat ein Modellprojekt begonnen. „Respekt im Knast“ wird auf Initiative der CDU-Fraktion mit Fraktionsmitteln in Höhe von insgesamt 50.000 Euro finanziert und findet mit unterschiedlichen Schwerpunkten auch in den Justizvollzugsanstalten Adelsheim und Heimsheim statt. Es ist auf zwei Jahre ausgelegt, anschließend wird das Projekt evaluiert, teilt die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall mit.

Im Haller Gefängnis liegt der Schwerpunkt des Projekts überwiegend darauf, Mitarbeiter, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn im Justizvollzug stehen, in Einzelgesprächen mit einem externen Antigewalttrainer zu sensibilisieren. Sie sollen aggressionsauslösende Faktoren in ihrem Berufsalltag erkennen und sich mit der möglicherweise hieraus entstehenden Konfliktdynamik auseinandersetzen können. Ein weiterer Schwerpunkt sei der angemessene Umgang mit der Thematik „Nähe – Distanz“.

Die Trainingseinheiten wird der Antigewalttrainer Burak Özüak anbieten, der über vielfältige Erfahrung im Bereich Deeskalation und Antigewalttraining verfügt. Er bietet auch ein situatives Handlungstraining an, in welchem Szenen aus der Praxis nachgestellt, aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden. Daneben bietet der Antigewalttrainer im Ethikunterricht im Rahmen des Hauptschulkurses für Gefangene Hilfestellungen zur Thematik „Null Toleranz bei Gewalt“ an und zeigt Wege für einen respektvollen Umgang mit Mitgefangenen und Bediensteten auf. Das sei auch für das Zurechtkommen der Häftlinge zu einem späteren Zeitpunkt in Freiheit wichtig.

In der Haller Justizvollzugsanstalt kam es in den vergangenen Jahren sowohl zu gewalttätigen Übergriffen zwischen Gefan­genen als auch zu Attacken von Insassen auf Justizvollzugsbe­amte.

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