Bildung Schülerzahlen steigen wieder

Grund zum Hüpfen: Die Kinder der Grundschule Westheim freuen sich über das neue Bodentrampolin, mit dem sie der Schul-Förderverein nach den Sommerferien überrascht hat.
Grund zum Hüpfen: Die Kinder der Grundschule Westheim freuen sich über das neue Bodentrampolin, mit dem sie der Schul-Förderverein nach den Sommerferien überrascht hat. © Foto: Privatfoto
Beatrice Schnelle 12.10.2017
Ein Lehrermangel an der Grundschule Westheim konnte weitgehend behoben werden. Kindergärten, Kita und die Offenen Jugendtreffs in der Gemeinde bleiben gut besucht.

Erstmals seit 2012 steigen die Schülerzahlen in West­heim wieder an: Nach den Sommerferien startete Dorothea Staudenmeier mit 169 Mädchen und Jungen ins neue Schuljahr. „Eine Tendenz, die uns sehr freut“, sagt die Rektorin bei ihrem Jahresbericht vor dem Gemeinderat. Allein aus dem Ortsteil Uttenhofen kämen 61 Kinder in die Grundschule. Im vergangenen Jahr seien es nur 45 gewesen. Hier mache sich offenkundig der Zuzug ins neue Baugebiet „Am Jakobsweg“ bemerkbar. Da mittlerweile nur noch vier Kinder mit Flüchtlingshintergrund die Schule besuchen, sei die Förderklasse, die mindestens mit 12 Kindern besetzt sein müsse, aufgelöst worden. Insgesamt drücken 13 Kinder ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Westheim die Schulbank. Die meisten von ihnen seien in Deutschland geboren, weshalb es wenig Sprachschwierigkeiten gebe.

Der Lehrermangel mache auch vor Rosengarten nicht Halt: Drei Schwangerschaften im elfköpfigen Kollegium mussten verkraftet werden. Mittlerweile sei der Engpass durch die Einstellung eines pensionierten Pädagogen und einer Lehrkraft, die ihr Studium noch nicht ganz beendet hat, sowie durch die Bereitschaft von Kollegen, ihre Teilzeitverträge aufzustocken, weitgehend behoben. Wertvolle Hilfe gebe es von den ehrenamtlichen Lesepaten aus der Gemeinde.

Warteliste für Kita-Plätze

Ebenso wichtig sei die Unterstützung seitens des SV Westheim: Ein junger Mann, der bei der Sportvereinigung sein Freiwilliges Soziales Jahr leistet, übernehme zeitweise den Sportunterricht an der Grundschule.

Die Ausstattung der Unterrichtsräume werde derzeit mit Hochdruck auf die Vorgaben des neuen Bildungsplans für den Bereich Medienerziehung vorbereitet. Dafür nehme die Gemeinde „wahnsinnig viel Geld“ in die Hand, wie Staudenmaier dankbar feststellt. Die Betreuungszeiten der Verlässlichen Grundschule wurden im neuen Schuljahr den Kita-Öffnungszeiten angepasst und auf die Zeit von 7 bis 17 Uhr erweitert. 2018, so kündigt Bürgermeister Jürgen König an, werde die Gemeinde ein grundsätzliches Entwicklungskonzept für die Zukunft der Bildungseinrichtung in Angriff nehmen.

Gut besucht sind die Kindergärten und die Kita. In der West­heimer Kindertagesstätte waren zum Ende des Kindergartenjahres nur elf Plätze in den vier Ü3-Gruppen nicht belegt, wie die Leiterin des Rosengartener Betreuungs- und Bildungswesens Anja Seeger-Weise berichtet.

Da pro Monat lediglich jeweils ein Kind in die Kleinkindgruppen aufgenommen werden dürfe, gibt es eine Warteliste. 40 Eltern nahmen für ihr Kind die Ganztagesbetreuung in Anspruch. Der Kindergarten Uttenhofen war zum Saisonende bis auf einen einzigen Platz ausgebucht. Als „Puffer“ für die steigende Nachfrage in der Gemeinde dienen freie Kapazitäten im Kindergarten Rieden, der auch im neuen Kindergartenjahr mit zwei Gruppen betrieben wird.

Sigrun Kaiser hört auf

Rundum zufrieden ist die Leiterin der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Sigrun Kaiser mit der neuen Bleibe des Jugendhauses im „Alten Ladenzentrum“. Das Arbeiten sei dort erheblich angenehmer als am vorigen Standort Ziegelmühle. 10 bis 35 Jugendliche nähmen das Angebot regelmäßig wahr. Durch die Größe und die Gestaltung der Räume könnten sich die einzelnen Gruppen besser verteilen, es werde weniger gestritten und wenn doch, könne schneller eingegriffen werden. Der samstägliche „Mädchen-Treff“ im Alten Rathaus Westheim sei von starken Fluktuationen geprägt, so dass sich bislang keine feste Gruppe bilden konnte. Dennoch sei der Treffpunkt sehr beliebt. Acht bis zehn Kinder, zumeist aus türkischstämmigen und Flüchtlingsfamilien, besuchten regelmäßig die Gruppe für Jungen im Dorfgemeinschaftshaus Uttenhofen. Sigrun Kaiser wird im April 2018 in den Ruhestand gehen und hofft sehr auf eine engagierte Nachfolge. Derzeit gebe es zwei Bewerbungen auf die Stelle.