„Ich bin mit der Antwort nicht zufrieden“, sagt Rüdiger Schorpp auf Nachfrage. Am 21. April 2018 hat er 13 Fragen zu den Themen Fluglärm, Emissionen und Gefahren des Luftverkehrs an die Stadtverwaltung gestellt.

Er nahm das Stadtleitbild als Ausgangspunkt. Dort steht unter dem Oberziel 2 das Teilziel 4: „Reduzierung des Fluglärms und der Schadstoffbelastung durch Freizeit- und Sportflieger, das heißt deutliche Verringerung der jährlichen Starts und Landungen, insbesondere auch der Flugschulen.“ Hall verfügt über den Adolf-Würth-Airport und über eine Graspiste in Weckrieden.

Zu der Zeit, als Schorpp die Anfrage stellte, ereignete sich ein tragischer Unfall zweier Leichtflugzeuge.

Beide Piloten starben dabei im Anflug auf den Adolf-Würth-Airport in Hessental. Der abschließende Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung liegt noch nicht vor. Der Zwischenbericht legt aber den Schluss nahe, dass einer der beiden Piloten die Vorfahrtsregeln nicht beachtet hat.

Mehrmals wurde der Stadtrat vertröstet: Die Verwaltung müsse sowohl das Regierungspräsidium als auch das Verkehrsministerium miteinbeziehen, um den ausführlichen Katalog zu beantworten. Wenige Tage vor Weihnachten trudelte dann ein Brief bei Schorpp ein. Auf sein Drängen hin sei er kürzlich erst öffentlich gemacht worden und ist über die Ratsinformation auf der Homepage der Stadtverwaltung abrufbar. Der zweite Teil der Antwort, der die Stellungnahme des Regierungspräsidiums enthalte, bleibt weiterhin verborgen. Schorpp will nun beim Oberbürgermeister und beim Regierungspräsidium nachhaken, damit alle Antworten öffentlich werden.

Flugzeuge sollten nicht über der Ortschaft fliegen

Doch was steht in der Antwort auf die Anfrage des SPD-Stadtrats? „Die Einhaltung allgemein geltender Vorschriften, wie der Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung, sowie die Überwachung von im Rahmen der Genehmigung erteilten Auflagen obliegt grundsätzlich der zuständigen Genehmigungsbehörde, somit dem Regierungspräsidium Stuttgart“, ist zu lesen.

Schwäbisch Hall

Ein Kritikpunkt in den vergangenen Jahren war die Platzrunde. Anwohner bemängeln, dass nach ihrer Einschätzung viele Piloten über die Ortschaften fliegen. Das ist nicht verboten. Die Piloten werden aber gebeten, es möglichst zu vermeiden.

Dazu ist in dem Antwortschreiben zu lesen: „Die Flugleitung achtet im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf, dass die Platzrunde eingehalten wird, hat aber hier keinerlei Kontrollmechanismen.“

Rüdiger Schorpp wohnt im Lehen im Friedrich-List-Weg. Er kann die Flugzeuge sehr dicht an seinem Arbeitszimmer vorbeifliegen sehen. Dabei hält er die Anzahl der Firmenjets für erträglich. Die vielen Sportflieger aber empfindet er als störend.

Er macht geltend, nicht allein seine eigenen Interessen zu vertreten. Viele Bürger aus Tüngental kämen auf ihn zu. „Die Flugschulen machen erheblichen Lärm.“ Es könne doch nicht sein, dass „tausend Leute im Osten der Stadt von den wenigen Hobby­fliegern belästigt werden“, sagt Schorpp. Er verweist darauf, dass es ihm nicht darum gehe, Wahlkampf zu machen. Am 26. Mai sind Kommunalwahlen. „Ich habe die Anfrage im April gestellt. Die Stadt hätte Zeit genug gehabt, das im Vorfeld zu beantworten.

Lärmreduzierung: Stadt hat Ziel, das sie selbst nicht erfüllen kann

Schorpp weiß auch, dass zwischen der Flugplatz-Betreibergesellschaft und den Behörden Verträge bestehen, die nicht ohne Weiteres öffentlich gemacht werden können. Er will nun aber dafür kämpfen, dass die Bevölkerung möglichst viel über Lärm, Emissionen und Gefahren erfährt. Für Schorpp sei nicht ersichtlich, warum man im Stadtleitbild das Ziel der Lärmreduzierung formuliere, obwohl man es sowieso nicht erreichen kann, da die Kommune angeblich für den Luftverkehr nicht zuständig sei. Er sagt: „Man müsste den Flugverkehr mehr.

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