Schon gehört?

Eng wie in einer Telefonzelle: Alexander Gerst, Maxim Surajew und Reid Wiseman testen ihre Plätze in der Sojus-Kapsel.
Eng wie in einer Telefonzelle: Alexander Gerst, Maxim Surajew und Reid Wiseman testen ihre Plätze in der Sojus-Kapsel. © Foto: esa
DPA/BLO 08.11.2014

Bald ist Feierabend für den Künzelsauer im All: Nach 166 Tagen auf der Raumstation ISS kehrt Alexander Gerst am Montag zur Erde zurück. Und das wird am Missionsende wohl rasend schnell gehen. Nach dem Abkoppeln von der Internationalen Raumstation soll die Sojus-Kapsel zunächst ungebremst zur Erde fallen, Luftreibung erhitzt die Schutzschicht dabei auf 1000 Grad Celsius. Massive Kräfte drücken Gerst sowie seine beiden Mitstreiter Maxim Surajew und Reid Wiseman in die Sitze, bis Fallschirme den Sturz abstoppen. Etwa vier Stunden nach dem Abdocken in 400 Kilometern Höhe soll die Sojus in Kasachstan landen. Und schon am Abend wird Gerst in Köln erwartet.

Die Rückkehr in der schwer zu manövrierenden Kapsel gilt technisch als extrem anspruchsvoll - auch, weil es in der Sojus "so eng ist wie zu dritt in einer Telefonzelle", sagt der Astronaut Thomas Reiter. Er denkt mit Grauen an seine Heimreise 1996 zurück. Einen "Höllenritt durch die Atmosphäre" habe er damals erlebt, er spricht von "einem der schwierigsten Manöver in der bemannten Raumfahrt".

Aber Alexander Gerst und seine beiden Kollegen haben das Manöver geübt. Auf der Erde werden Ärzte zunächst untersuchen, wie sich die mehr als 2500 Erdumrundungen auf den Körper des Künzelsauer Astronauten ausgewirkt haben. Übrigens: Packen muss Gerst nicht mehr. Seine Ausrüstung schwebte vor wenigen Tagen mit einem US-Raumtransporter zur Erde. Am Montag folgt der Astronaut.

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