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Papst Benedikt XVI. begrüßt den Protestanten Wolfgang Gönnenwein und dessen Frau Ilse im Jahr 2009 in Rom. Foto: Kumpf
Papst Benedikt XVI. begrüßt den Protestanten Wolfgang Gönnenwein und dessen Frau Ilse im Jahr 2009 in Rom. Foto: Kumpf
EVL 29.01.2013

Er war Staatsrat für Kunst im Kabinett Späth und Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele sowie der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Heute feiert Wolfgang Gönnenwein seinen 80. Geburtstag. Der in Schwäbisch Hall als Sohn des Kantors der Michaelskirche geborene Gönnenwein begann seine berufliche Laufbahn als Musiklehrer am Evangelischen Aufbaugymnasium Michelbach/Bilz. Er setzt sich bis heute für "Erziehung durch Musik, nicht Erziehung zur Musik" ein. "Musik ist das Bollwerk unserer Gesellschaft gegen Gewalt, Ratlosigkeit und Depression", ist sein Credo.

1959 wurde Gönnenwein Leiter des Süddeutschen Madrigalchores; von 1969 bis 1973 leitete er zudem den Chor des Bach-Vereins Köln. 1968 wurde er Professor an der Musikhochschule Stuttgart, wo er 1973 zum Rektor gewählt wurde. Diese Funktion hatte er bis 1982 inne. In jener Zeit leitete er auch die Ludwigsburger Schlossfestspiele. 1985 wurde er Generalintendant der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart.

1978 machte ihn Ministerpräsident Lothar Späth zum ehrenamtlichen Staatsrat für Kunst. Nach dem Rücktritt Späths als Ministerpräsident im Januar 1991 legte auch Gönnenwein sein Amt als Staatsrat nieder. 1992 wurde gegen Gönnenwein wegen Veruntreuung von öffentlichen Geldern ermittelt. Er trat deshalb als Intendant der Staatstheater zurück. Die Ludwigsburger Schlossfestspiele leitete er noch bis 2005, daneben stand er von 1996 bis 1998 den Festspielen Baden-Baden vor. Gönnenwein ist Vorsitzender des Deutschen Musikwettbewerbs, der jährlich vom Deutschen Musikrat veranstaltet wird. 2005 wurde er Präsident des Landesmusikrats. Dieses Amt musste er 2010 nach einer Herzoperation aufgeben. Gönnenwein ist verheiratet mit Ilse geb. Eppler, einer Schwester des Politikers Erhard Eppler, und hat zwei Söhne.