Berlin / Hall Schon gehört?

Der Protagonist in Sieberts Film: Cyriac Chittukalam. Foto: Siebertfilms
Der Protagonist in Sieberts Film: Cyriac Chittukalam. Foto: Siebertfilms
BLO 16.01.2014
Als großartiges Werk und als "die einsame Frucht eines One-Man-Unternehmens ohne zusätzliche Filmförderung" ist kürzlich im Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung" der Dokumentarfilm "Erntehelfer" ausführlich gelobt worden. Gedreht hat ihn Moritz Siebert.

Der studierte Mediziner und Ethnologe besuchte die National Film and Television School in London und lebt in Berlin. Aufgewachsen ist der Regisseur in Hall und hat dort vor 21 Jahren Abitur gemacht. "Erntehelfer" ist auch nicht sein erster Film: Seine Dokus liefen bereits bei zahlreichen Festival und sein 30-Minüter "Belgrad Backspin" war 2009 bei 3sat zu sehen.

Sieberts aktueller Film hatte im vergangenen Jahr beim Dokumentarfilmfest in München Premiere. In dem 70-minütigen Werk geht es um einen katholischen Priester aus Indien, der sich als Seelsorger in einem unterfränkischen 400-Seelen-Dorf zurechtfinden muss. Fast ein Jahr lang hat der Dokumentarfilmer Reverend Cyriac Chittukalam begleitet - zwischen Blaskapellen, Glaube, Zweifel und Schnee. "Seit gut zehn Jahren drehen sich meine Filme immer wieder um Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen an neuen Orten ankommen", schreibt Siebert über seine Arbeit. Als er von indischen Priestern erfuhr, die in Deutschland Lücken im geistlichen Personalbestand stopfen sollten, sei er gleich fasziniert gewesen. Indien werde häufig mit Armut und Elend assoziiert. Und dann kommen Inder, um einen sozialen Notstand zu beheben - die Positionen scheinen sich umzukehren. Und Siebert stellt mit dem Blick seiner Kamera viele neue Fragen. Zuletzt lief der Film in Nürnberg, Bamberg und Würzburg. Ob er auch mal nach Hall kommt? Man wird sehen.