Musik Schöntaler Violinwettbewerb: Abschlusskonzert in Hall lässt Zuhörer staunen

Schwäbisch Hall / RALF SNURAWA 02.09.2015
Preisträger des 16. Internationalen Violinwettbewerbes in Kloster Schöntal begeistern am Sonntag das Publikum in der Haller Kunsthalle Würth. Die Musiker im Alter von 10 bis 19 Jahren spielen hochvirtuos.

Den Anfang des Kultursommer-Konzertes macht der jüngste Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs: der zehnjährige Shihan Wang aus China. Er fasziniert die Zuhörer im gut besuchten Konzert des Hohenloher Kultursommers mit einer Fantasie von Georg Philipp Telemann. Schnelle Saitenwechsel gelingen ihm ebenso schön wie zweistimmige Passagen oder das Hervorheben von Melodietönen aus schnellen Figurationen.

Bei der ersten von drei Altersgruppen, in die die Wettbewerbsteilnehmer eingeteilt sind, belegt Shihan Wang den zweiten Platz. Den ersten Preis in dieser Altersgruppe wie auch - beim Konzert überreicht - den Reinhold-Würth-Förderpreis in Höhe von 5000 Euro erhält die zwölfjährige Japanerin Hina Maeda.

Sie reißt mit ihrer Interpretation des zweiten und dritten Satzes aus Henryk Wieniawskis zweitem Violinkonzert das Publikum zu begeistertem Applaus hin. Das ist nicht nur auf die hingebungsvoll gesangliche Wiedergabe der Romanze, sondern auch auf die kontrastreiche Interpretation des Schlusssatzes zurückzuführen: geschärfte Akzentsetzungen mit schneidend hoch pfeifenden Spitzentönen gegen leidenschaftliche Gesanglichkeit.

Sieben Jahre älter und zwei Altersgruppen weiter war zuvor die ebenfalls mit einem ersten Preis ausgezeichnete Se Tcoi zu hören. Die Südkoreanerin und Russin stellt in Niccolò Paganinis A-Dur-Caprice Nr. 21 süße Violinseufzer flüchtigem Spiccatospiel entgegen. Einfühlsam von Liga Skride auf dem Klavier begleitet gelingt ihr danach sehr empfunden Fritz Kreislers "Liebesleid".

Einen weiteren ersten Preis, in der zweiten Altersgruppe, erhält die Japanerin Honoka Kikukawa (15). Sie brilliert am Konzertende mit Wieniawskis Faust-Fantasie.

Nicht minder virtuos ist vorher die mit dem zweiten Preis in dieser Altersgruppe ausgezeichnete Felicitas Schiffner zu erleben. Die 17 Jahre alte Deutsche lässt ihren Violinbogen in höchster Lage und mit vielen vertrackt zu spielenden Flageoletttönen in Pablo de Sarasates "Zapateado" tänzeln, rhythmisch unterstützt von Violeta Popova auf dem Klavier.

Ein weiteres Werk dieses Komponisten und einstigen Violinvirtuosen, die "Romanza Andaluza", interpretiert Lindsey Jelin Lee ungemein ausdrucksstark. Die Südkoreanerin hat den dritten Preis in der zweiten Altersgruppe, aber auch einen Sonderpreis "Sonate" erhalten, ebenso wie in der ersten Altersgruppe Nakyung Kang (12). Sie nimmt die Zuhörer in der Kunsthalle mit der espritvollen Wiedergabe von Wolfgang Amadeus Mozarts Violinsonate in A-Dur KV 305 für sich ein. Zusammen mit der Klavierbegleiterin Tomoko Nishikawa gelingt ein harmonisches Wechselspiel der beiden Instrumente.

Der Violinwettbewerb

Organisation Der Internationale Violinwettbewerb Kloster Schöntal findet alle zwei Jahre statt. Er wird von der Kulturstiftung Hohenlohe ausgetragen. Die Jury bestand in diesem Jahr aus acht Professoren, Violinexperten und Künstlern. Den Teilnehmern standen drei Konzertpianistinnen als Begleiterinnen zur Verfügung. Die Preisgelder betrugen insgesamt 24500 Euro.

SWP

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