Denkmalschutz Schlossmauersanierung verschlingt viel Geld

Ein Sanierungsziel für die Stützmauer am Schloss: Die Arbeiten sollen nicht sichtbar sein.
Ein Sanierungsziel für die Stützmauer am Schloss: Die Arbeiten sollen nicht sichtbar sein. © Foto: Oliver Färber
Langenburg / Oliver Färber 30.06.2018

Wer denkt, es ist sicher schön, in einem Schloss zu leben, dem kann Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg durchaus auch den einen oder anderen Wermutstropfen einschenken. „Da sieht man nichts, und trotzdem hat es viel Geld gekostet“, sagt er und zeigt auf die rund 95 Meter lange Stützmauer am Graben seines historischen Domizils. Nur wer im Vergleich dazu ein Stück sieht, das schon verwittert und bewachsen ist, entdeckt überhaupt, dass Spezialisten mit großem Aufwand für die Sanierung gesorgt haben und gleichzeitig wegen des Denkmalschutzes auf den ersten Blick nichts von ihren Arbeiten zu erkennen ist.

Für Architekt Bodo Braunmiller, der mit dem Projekt betraut war, keine ganz einfache Aufgabe, überhaupt Handwerker zu finden, die das hinbekommen. „Früher gab es keinen Zement, und der Kalk baut sich ab“, erklärt er, warum die Sanierung notwendig wurde. Außerdem haben sich Pflanzen eingenistet. „Wurzeln im Wuchs können Tonnen bewegen. Das ist der Tod einer Mauer“, weiß der Fachmann. Dazu komme dann das Wasser, das Fugen auswasche.

Alles musste neu verfugt werden. „Und es ist gar nicht so einfach, dabei die Farbe hinzubekommen“, nennt der Architekt nur eine Schwierigkeit. Die Firma Dengel aus Schöntal-Berlichingen nahm sich der Steinmetz- und Maurerarbeiten an der rund 1013 Quadratmeter großen Fläche an, die im Mittel rund 9,30 Meter hoch ist.

Mühe machten auch die großen Sandsteinplatten, die auf der Mauerkrone dafür sorgen sollen, dass von oben kein Wasser eindringt. Überhaupt ist die Ableitung von Nässe wichtig, beispielsweise auch, damit im Winter keine Frostschäden entstehen. Am Wachtürmchen wurde deshalb auch der große Speier, von dem Wasser stets auf die Mauer tropfte, verändert. Mit den Flaschnerarbeiten zur Entwässerung war die Firma Tishoki aus Schrozberg-Schmalfelden betraut. Die Firma Etzel aus Langenburg-Oberregenbach hat die Zimmerarbeiten ausgeführt, um das Dach über dem Eingang des Gewölbekellers zu reparieren.

Rund sieben Monate waren die Handwerker zugange, bis die Firma Gaukel aus Tüngental ihr Gerüst wieder abbauen konnte. Unter dem Strich entstanden dem Fürstenhaus Kosten in Höhe von rund 132 500 Euro. „Es war vorher eine Stützmauer und es ist hinterher eine Stützmauer. Eine Investition ohne optischen Gewinn“, gibt Braunmiller zu. Gleichzeitig gebe es nur minimale Förderung. „Wäre das Schloss eine Ruine, würde die höchste Förderquote von fast 100 Prozent anfallen“, verdeutlicht der Fürst. Es wird auf lange Sicht nicht die einzige Investition dieser Art für ihn sein: Alle Mauern und Fassaden auf Schloss Langenburg summieren sich auf rund fünf Hektar Fläche.

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