Metall, Farbe und Holz – in drei Werkstätten der Gewerblichen Schule in Schwäbisch Hall ist die Bundesgartenschau Heilbronn allgegenwärtig. Der Handwerkspavillon soll während der Bundesgartenschau den Besuchern die Vielfalt des Handwerks vor Augen führen und Werbung für die Berufe machen, schreibt Ramona Fritz in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.

In der Holzwerkstatt findet sich fast in allen Räumen ein bisschen Buga. Die Einzelteile des Regals für die Ausstellung im Pavillon sind teils bereits fertig, teils noch beim Lackieren. Die Sitzhocker sind bereits montiert, während die Werkbank gerade noch den letzten Schliff bekommt. Mit über sechs Metern Durchmesser nimmt der runde Tisch aufgebaut einen ganzen Raum ein.

Die Fertigung der fünf einzelnen Platten, 36 Füßen und neun abnehmbaren Arbeitsplatten hat rund drei Tage gedauert, erklären die beiden Fachlehrer Clemens Kastner und Andreas Noller. Insgesamt etwa 70 Schreinerlehrlinge haben an dem Projekt für die Bundesgartenschau mitgearbeitet. „Jetzt werden noch die Oberflächen geschliffen und grundiert“, erklärt Kastner. In rund zwei Tagen, schätzt er, sind die Arbeiten fertig.

In der Metallwerkstatt entstehen zur gleichen Zeit die sogenannten Berufeframes. Sie bestehen aus je drei verbundenen Metallrahmen, die auf insgesamt zwei mal drei Metern typische Arbeitsutensilien aus sieben Gewerkegruppen des Handwerks zeigen. Unterstützt von den Schülern der ein- und zweijährigen Berufsfachschule fertigt Peter Wratschko die insgesamt 21 Teile der Installation auf einer CNC-Lasermaschine.

Die moderne Maschine konnte sich die Schule im Rahmen der Förderung als Lernfabrik 4.0 im Jahr 2017 anschaffen. Der Laser schneidet die Formen aus einer drei Millimeter dicken Stahlplatte. Dazu überträgt Peter Wratschko zunächst die Entwürfe einer Grafikerin in das CNC-Programm. Rund eine halbe Stunde dauert das – je nachdem wie vielschichtig die Vorlagen sind. An der Maschine selbst dürfen dann die Schüler ran. Trotz High-Tech ist dabei Konzentration gefragt: „Die Ausschnitte fallen nicht immer sauber nach unten, wie es sein sollte. Da müssen wir dann eingreifen“, erklärt Peter Wratschko. Wenn aber alles glatt läuft, kommt der Rahmen nach rund elf Minuten fertig aus der Maschine.

Acht Frames sind bereits fertig gelasert, sie wurden in die nächste Werkstatt gebracht. Zwölf Malerlehrlinge im ersten Lehrjahr bereiten sie in der Farbwerkstatt auf das Lackieren vor. Das heißt zunächst einmal entgraten, schleifen und entfetten. „Diese Vorarbeiten entscheiden darüber, wie gut das Endergebnis wird“, weiß Fachlehrer Clemens Herrmann.

Anschließend wird noch ein Rostschutz als Grundierung aufgetragen, bevor die Frames ihre endgültige schwarze Lackierung bekommen. „Pro Einzelteil dauert das etwa vier bis fünf Stunden – ohne das Trocknen“, erklärt Herrmann.

Schüler hängen sich rein

Das Projekt passt aber gerade gut – auf dem Lehrplan steht ohnehin Metallbearbeitung an. Aber: „Das ist schon eine Herausforderung mit den vielen Ecken und Rundungen der Frames“, weiß Clemens Herrmann. „Und das Ganze auch noch senkrecht.“ Aber seine Schüler hängen sich rein. „Die Buga ist bei denen schon ein Thema. Sie waren auch stolz, dass sie dabei sein können“, betont der Fachlehrer.

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Großereignis auf 40 Hektar am Neckarbogen


Zur Bundesgartenschau vom 17. April bis 6. Oktober erwartet Heilbronn mehr als zwei Millionen Besucher. Sie werden eine Buga erleben, so verspricht der Veranstalter, die auf 40 Hektar eine unvergleichliche Vielfalt bietet mit mehr als 100 Ausstellungspunkten von klassisch-gärtnerischen Themen über das derzeit höchste Holzhaus Deutschlands bis zu bionischen Pavillonbauten, die als weltweit einzigartige Pionierbauten Premiere feiern.

Das Gelände werde zu einem Ort, an dem man sich gerne aufhält. Nach dem sechsmonatigen Großereignis entwickele sich dort das Stadtquartier Neckarbogen, in dem einmal bis zu 3500 Menschen wohnen und mehr als 1000 ihren Arbeitsplatz haben werden.

Der leistungsstarke Motor einer nachhaltigen Stadtentwicklung sei die Bundesgartenschau, von der auch künftige Generationen profitieren würden. Sie sei ein Impulsgeber für die enorme Dynamik Heilbronns. Dabei gelinge es mit der Bundesgartenschau, mehrere Ziele zu erreichen. Insbesondere werde eine innenstadtnahe Fläche, einst Zentrum des Güter- und Warenumschlags, zuletzt aber kaum mehr genutzt und zur unwirtlichen Gegend verkommen, wiederbelebt.