Sperrung Schleichweg in Gewerbepark Hohenlohe zum neuen Jahr dicht

Geradeaus führt der gesperrte Reutweg, nach links geht’s noch nach Westernach. Foto: Färber
Geradeaus führt der gesperrte Reutweg, nach links geht’s noch nach Westernach. Foto: Färber © Foto: Oliver Färber
Kupferzell/Untermünkheim / Oliver Färber 26.11.2016

Zum Jahreswechsel soll die desolate Bahnbrücke bei Westernach endgültig für den Verkehr gesperrt werden. Da im Moment noch Busse nach Löcherholz darüber fahren, wird die Gemeinde Kupferzell nach dem Fahrplanwechsel des Nahverkehrs Hohenlohe dort Schranken anbringen, für die nur die örtlichen Landwirte einen Schlüssel haben. Mit diesem Beschluss will der Kupferzeller Gemeinderat die teure Sanierung des Schienenüberwegs umgehen. Wer aber jetzt noch  von der Bundesstraße 19 über Westernach in den südlichen Gewerbepark Hohenlohe fährt, wird sich dann einen anderen Weg zu seinem Arbeitsplatz suchen müssen.

Der schon immer nur für Landwirte freigegebene Reutweg, den allerdings manche Fahrer illegal als Abkürzung nutzen, wird keine Alternative sein. Dafür sorgt Andreas Schubert. Er ist der Ordnungsdienstmitarbeiter der Gemeinde Kupferzell und überwacht schon einige Zeit diese Strecke. „Am Anfang habe ich bis zu 50 Fahrer pro Schicht dort erwischt“, berichtet er. Immer wieder macht er von 6 bis 9 Uhr und von 15 bis 18 Uhr an dem Feldweg Station – eben zu den Zeiten, in denen Leute zur Arbeit oder nach Hause fahren.

Unbelehrbare gibt es immer

Jetzt seien es aber immer noch um die 20 „Schwarzfahrer“ pro Schicht. „Es hat sich zwar herumgesprochen, aber es gibt immer auch ein paar Unbelehrbare“, berichtet der Kupferzeller Hauptamtsleiter Bernd Schurg. So sei ein Mann bereits sieben Mal dabei ertappt worden, bis dieser sich auch noch bei der Gemeinde deshalb beschwert habe. Der Hauptamtsleiter stellt klar, dass die Kommune Schubert dort nicht deshalb einsetze, um Geld zu machen oder man „auf der Jagd“ sei. „Aber es ist nun mal ein gesperrter Weg, es ist verboten, dort zu fahren“, versucht er für Verständnis zu werben. Geredet werde viel, beispielsweise auch, dass sich Schubert absichtlich im Mais verstecke. „Das ist aber alles Unsinn. Wir machen deshalb auch Beweisfotos“, so Schurg.

Andreas Schubert hat nicht nur angenehme Begegnungen am Reutweg gehabt – wenn auch nur wenige. „Unter 100 Leuten sind immer zwei dabei, die Stress machen“, berichtet er. Er versuche dann ruhig auf die Leute einzuwirken. Die meisten, die aber angehalten und gefragt hätten, was er dort mache, hätten den Strafzettel einsichtig akzeptiert. Amüsiert habe Schurg, dass in den zwei Monaten, als Schubert nur Ermahnungen und noch keine Geldbuße erteilt hat, ein Gemeinderat und ein Ortsvorsteher gegen die Regeln verstoßen hätten.

Was ist nun aber, wenn sich die Schranken für Autos an der Bahnbrücke für immer senken? Den gesperrten Reutweg will die Kommune weiter, aber nicht intensiver  wegen illegaler Nutzung überwachen. „Wann ich rausgehe, bestimme ich“, sagt Schubert. Ein neuer Schleichweg von der B 19 aus Richtung Schwäbisch Hall würde über Untermünkheims Teilort Kupfer, Beltersrot und Löcherholz führen. „Das ist so eng und kurvig, das macht wohl niemand“, schätzt Schurg. Andererseits würden die Löcherholzer das dann sicher schnell beim Rathaus melden.

Neues Programm hilft

Untermünkheims Bürgermeister Christoph Maschke schließt diese Abkürzung auch aus – vor allem, weil die Ampel an der Kupferkreuzung ein neues Steuerungsprogramm erhalten habe. „Seitdem fließt der Verkehr auf der B 19 besser“, weiß er. Es gebe keine Beschwerden über morgendliche und abendliche Rückstaus mehr, dafür müsse eben der Verkehr aus Übrigshausen und Kupfer etwas länger warten. „Das hat den Schleichverkehr zusätzlich unattraktiver gemacht“, so der Schultes. Fahrer blieben deshalb lieber auf der B 19 bis zur offiziellen Abfahrt des Gewerbeparks. Oliver Färber