Direktvermarkter Schaufenster für heimische Produkte

Löwenstein / Gustav Döttling 13.07.2018
Der erste Naturparkmarkt besticht seine Besucher mit Aussicht, Angebot und Ambiente. Und sorgt nebenbei für Stau.

So etwas Praktisches für die Küche habe ich ja noch nie gesehen“, staunt Josip Juratovic. Der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Neckarsulm und seine Frau sind beim Eröffnungsrundgang des Naturparkmarkts in Löwenstein mit Bürgermeister Klaus Schifferer und Naturpark-Geschäftsführer Bernhard Drixler von einer getöpferten Knoblauchreibe fasziniert. „Wir machen Gebrauchskeramik“, erläutert Töpferin Heike Becker an ihrem Stand. Sie zeigt, wie die Reibe für Knoblauch und andere Würzmittel einsetzbar ist. Der Politiker zückt seine Geldbörse und ersteht den kleinen Küchenhelfer.

So mancher Autofahrer quält sich an diesem Tag im Schritttempo durch das Städtchen über dem Weinsberger Tal. Derweil genießen über 3000 Besucher das flirrende Marktambiente in der historischen Altstadt zwischen Freihaus, Alter Kelter, Rathaus und Trabocher Platz. Die Marktstände der 44 Aussteller nehmen ein Gros der Parkplätze in Anspruch. Das führt auf der Ortsdurchfahrt zum Verkehrsstau.

Der Ausblick vom Freihausplatz auf die Wein-Kulturlandschaft des Weinsberger Tals mit dem tiefblauen Breitenauer See fasziniert die Marktbesucher ebenso wie das bunte Warenangebot der Aussteller und das Rahmenprogramm der Naturparkführer Sabine Rücker und Walter Hieber. Unter dem Zeltpavillon des Naturparks auf dem Freihausplatz sitzen Väter und Söhne und schnitzen sich aus Haselnussstecken kleine Figuren oder ein Holzbesteck. Andere Kinder basteln mit Naturmaterialien. „Meine drei halbstündigen Stadtführungen waren sehr gefragt“, berichtet Sabine Rücker am Abend. Jeweils 15 bis 20 Personen hätten sich für die Stadtgeschichte interessiert.

Am Nebenstand erläutert Gärtner Florian Keimer Juratovic und Schifferer, was es mit der in Großhöchberg praktizierten solidarischen Landwirtschaft auf sich hat. Zwischen Naturparkführern und Gärtnerei stellt Ines Vorberg vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter das Förderprojekt der Aktion Mensch „Inklusive Wanderbotschafter/-innen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald“ vor. „Nun können auch Menschen im Rollstuhl den Schwäbisch-Fränkischen Wald erobern“, so Vorberg, die selbst Rollstuhlfahrerin ist.

Zuschuss von der EU

„Für diese Aktion sind wir Projektpartner“, berichtet Naturpark-Geschäftsführer Bernhard Drixler. Dass die Naturparks von der EU gefördert werden, freut Juratovic: „Sie sehen, Deutschland zahlt nicht nur, es fließen für sinnvolle Projekte auch wieder Fördermittel in unser schönes Land zurück.“ Am Infostand der Stadt vor der Alten Kelter kre­denzt Winzergattin Sabine Bihlmayer den Marktbesuchern einen Schluck Weißwein-Cuvée.

„Die Naturparkmärkte sind ideal, damit wir unsere neuen Produkte einer breiten Öffentlichkeit vorstellen können“, sagt Peter Göhler am Stand der Löwenbrauerei Schwäbisch Hall. Die Marktbesucher bringen sein Naturparkmarkt-Team an diesem Sonntag beim Ausschenken ins Schwitzen.

150 feste Anbieter

Bundschuh-Käse aus Mainhardt-Dürrnast, Forellen aus Rudersberg, handgemachte Nudel-Spezialitäten aus Löwenstein und Wüstenrot, Crêpes aus Schwäbisch Hall oder schwäbischer Gin aus Welzheim repräsentieren nur zu einem kleinen Teil die große Vielfalt an regionalen Nahrungsmitteln aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald. Darüber hinaus hat die Region eine Fülle an kunsthandwerklichen Angeboten, von der Steeldrum über Glasschmuck bis zum Reisigbesen, zu bieten. „Wir haben inzwischen im Naturpark rund 150 feste Anbieter für unsere fünf Naturparkmärkte, berichtet Naturpark-Geschäftsführer Bernhard Drixler stolz.

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