Das alte Mühlrad in der Hammerschmiede hat ausgeklappert, und zwar für immer. Neben den Mülltonnen unten in der Hammerschmiede liegen die Holzstücke, die einst zum Rad zusammengefügt waren.

Das Eichenholz ist mittlerweile getrocknet und ziemlich ausgewaschen, zeigt Karl-Heinz Kurz, Schmied und Führer in der Hammerschmiede. Manche Teile sind kaputt, manche noch fast wie neu. „Der Mühlenbauer musste das Rad komplett auseinander sägen. In einem Stück hätte er es gar nicht aus dem engen Radkasten gebracht.“

Die einzelnen Holzstücke hat der Mühlenbauer vermessen und gezeichnet – das war Teil seines Auftrags. Jetzt wird er eine exakte Konstruktionszeichnung erstellen, denn die gab es für das Mühlrad bislang nicht.

Diese Zeichnung wird dann der Ausschreibung für ein neues Mühlrad zugrunde liegen, erläuterte Bürgermeister Kurt Wackler den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung. Die Räte gaben der Verwaltung die Vollmacht, das Gewerk auszuschreiben und den Auftrag so bald wie möglich zu vergeben. Dies ist nötig, damit das Mühlrad über den Winter nachgebaut werden kann.

Satteldorf

Wellbaum wird bei der Sanierung am kompliziertesten

Eile ist angezeigt, weil die Technik der Hammerschmiede so schnell wie möglich instand gesetzt werden soll, und zwar aus zwei Gründen: erstens weil die Leader-Förderung – genehmigt sind 15 000 Euro – nur begrenzte Zeit läuft, und zweitens, weil die Hammerschmiede so bald wie möglich wieder eröffnet werden soll, erläuterte Bürgermeister Wackler. Wann genau die Eröffnung allerdings gefeiert werden kann, ist noch unklar. Wackler: „Wir gehen aber im Moment davon aus, dass wir im Frühsommer mit den Arbeiten so weit sind, dass der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann.“

Das Mühlrad ist nicht das Einzige, was derzeit saniert wird. Auch die Holzfenster sind verwittert und zum Teil morsch. Sie müssen gerichtet werden. Auch das soll im Herbst und frühen Frühjahr passieren. Für die Fenster hatte der Gemeinderat der Verwaltung übrigens schon vor den Sommerferien eine Vergabevollmacht erteilt. Weil die Angebote aber deutlich teurer waren als erwartet, setzte die Verwaltung die Vollmacht nicht um.

„Das ist da unten nicht normaler Fensterbau“, erläuterte Wackler. „Wir haben nach denkmalrechtlichen Bestimmungen ausgeschrieben. Das heißt streichen mit Leinöl und so weiter.“ Weil die Fenster deutlich teurer werden, hat die Verwaltung beim Denkmalamt einen Förderantrag gestellt, der freilich noch nicht entschieden ist. „Es könnte also sein, dass das Denkmalamt sagt: kein Geld da“, so Wackler. „Der Gefahr müssen wir uns bewusst sein.“ Der Gemeinderat vergab nun mehrheitlich den entsprechenden Auftrag an eine Firma aus Satteldorf zum Angebotspreis von knapp 95.000 Euro.

Satteldorf

Das komplizierteste Teil der Sanierung ist aber zweifellos der Wellbaum: Dieser acht Meter lange und 70 Zentimeter dicke Eichenstamm dreht sich mit dem Mühlrad und überträgt die Kraft auf die Hämmer, die die Werkstücke in der Schmiede formen. Damit das klappt, muss das Riesen-Trumm Holz millimetergenau passen.

Baustellenführungen bei der Hammerschmiede sind geplant

In der Hammerschmiede freut sich Karl-Heinz Kurz darauf, im Frühjahr über die Baustelle zu führen, „wenn man etwas mehr sieht“. Schon jetzt kann man in die Stellen am Wellbaum sehen, die morsch sind. Die sind bereits weggeschnitten worden. „Wenn das morsche Holz ersetzt ist, wird der Wellbaum wieder eingestellt. Das ist Millimeterarbeit.“

Die Ausschreibung für den Wellbaum läuft derzeit. Der Gemeinderat gab dazu einstimmig die Vergabevollmacht. „Wenn die Angebote im Rahmen liegen, können wir gleich beauftragen“, sagte Wackler. „Dann haben wir wieder etwas Zeit gespart.“

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