Schwäbisch Hall Sanierung des Haalamts: Hier geht es ums Filigrane

Der Maler und Lackierer Tobias Straub und der Auszubildende Felix Stiemer (auf dem Gerüst) legen am Haalamt Hand an. 
Der Maler und Lackierer Tobias Straub und der Auszubildende Felix Stiemer (auf dem Gerüst) legen am Haalamt Hand an.  © Foto: Foto
Schwäbisch Hall / JOCHEN HÖNESS 25.05.2016
Seit zwei Monaten wird das Haalamt saniert. Für die Handwerker ist die Renovierung des denkmalgeschützten Haus eine besondere Arbeit.

„Für uns ist das eine Freude, das ist richtiges Handwerk“, sagt Achim Belschner über die Sanierung des Haalamt-Gebäudes. Sein Meisterbetrieb ist für die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Haus zuständig. Das Dach wurde zum Teil saniert, der First neu eingespeist, das Fachwerk-Holz dort ausgetauscht, wo es nötig war. Die Arbeiter kontrollierten die Dachrinnen und restaurierten deren Endstücke – die sogenannten Speier, mit deren Hilfe in früheren Zeiten das Wasser weg vom Haus geleitet worden sei, wie Belschner erklärt.

Eine Altbausanierung mitten in der Stadt sei eine „schöne Arbeit, das macht Spaß und ist etwas Besonderes“, sagt der Geschäftsführer des Familienunternehmens. Bei solch einem Fachwerk „geht es ums Filigrane“. Allerdings dauerten die Arbeiten, weil es sich um Stückwerk handle, auch länger als bei neuzeitlichen Gebäuden. Außerdem wünsche das Denkmalamt, dass die Handwerker an solch historischen Häusern wie dem Haalamt Materialien zu verwenden, die auch in früheren Zeiten zum Einsatz kamen, etwa Mineralfarbe. Ein weiteres Beispiel: Die Handwerker streichen das Holz an der Fassade mit Leinölfarbe, die laut Belschner langlebiger und spannungsärmer ist, aber langsamer trocknet.

Die Arbeiten am Haalamt dauern noch zwei bis drei Wochen, weil der Putz im Sockelbereich noch trocknen muss, sagt Belschner. In dieser Woche bereits wird das Haus von dem Gerüst befreit.                           

Info Das Haalamt gab es seit dem 14. Jahrhundert. Es überwachte die Produktion und den Vertrieb des Salzes. Das Gebäude nahe des Sulferturms wurde nach dem Stadtbrand im Jahr 1728 erbaut. Dem Verein der Siedensrentenberechtigten gehört heute das Gebäude. Die Renovierung des historischen Gebäudes kostet etwa 70.000 Euro.