Schwäbisch Hall Sammlung Würth stellt Ausstellungsprojekte 2016 vor

Schwäbisch Hall / BETTINA LOBER 10.12.2015
Von Wilhelm Busch bis Kunst aus Namibia: Die Themen der Ausstellungsvorhaben bei Würth im kommenden Jahr sind breit gefächert. Zudem wird die Erweiterung der Kunsthalle in Hall geplant.

Feine Elfenbein-Schnitzereien, die Siegerschale, die Steffi Graf nach ihren Wimbledon-Triumphen in Händen halten durfte, oder Kunstwerke, die Bewegungen vortäuschen: Noch einen Monat lang, bis 10. Januar, locken edel blitzendes Silber sowie irritierende Arbeiten in die Kunsthalle Würth nach Hall. Dort sind seit Mai gleich zwei Ausstellungen zu sehen: "Silberhirsch und Wunderprunk - das Victoria-and-Albert-Museum zu Gast in der Kunstkammer Würth" sowie "Op Art - Kinetik - Licht".

Zum Jahresende bietet die Sammlung Würth auch einen Einblick in ihre Ausstellungsvorhaben für 2016. Außerdem gebe es erste Pläne, die Kunsthalle Würth in Hall zu erweitern, sagte der Unternehmer und Sammler Reinhold Würth kürzlich beim Spatenstich des künftigen Carmen-Würth-Forums in Gaisbach. Längst stößt die im Jahr 2001 eröffnete Kunsthalle Würth mit der Betreuung der vielen Besucher, der Museumspädagogik und der Kunstvermittlung an Grenzen.

Konkrete Pläne zur Erweiterung und Arrondierung entstünden aber erst im ersten Halbjahr 2016, erklärt Kunsthallendirektorin Sylvia Weber. Das Münchner Büro Henning Larsen - der im Jahr 2013 verstorbene dänische Architekt hatte auch die Kunsthalle Würth entworfen - werde sich darum kümmern. Fest stehe aber, dass die Bibliothek Schweikert in Hall untergebracht werden soll. Vor zehn Jahren hatte Würth die rund 120000 Bände umfassende Bibliothek des gelernten Ofenbauers und autodidaktischen Literaturexperten Werner Schweikert (1933 - 2005) aus Flein erworben. Zudem soll im Zuge der Arrondierung ein Platz gefunden werden, um einen Teil der Sammlung Würth dauerhaft präsentieren zu können, sagt Sylvia Weber.

"Frauen im Alten Testament" in der Johanniterkirche

Derweil gab es in der Johanniterkirche in Hall einen kleinen, aber feinen Ausstellungswechsel: Nachdem im Kabinett knapp zwei Monate lang elf Holzschnitte der "Großen Passion" von Albrecht Dürer (1471 - 1528) zu sehen waren, sind dort seit kurzem "Frauen im Alten Testament" eingezogen. Darunter etwa die mutige Heldin Judith, die dem Heerführer Holofernes, der ihre Heimatstadt belagerte, mit einem Schwert den Kopf abhieb. Noch bis 17. Februar wird die Sonderausstellung mit 17 Druckgrafiken des 16. und 17. Jahrhunderts aus den Beständen der grafischen Sammlung am Kunsthistorischen Institut der Universität Tübingen gezeigt.

"Max und Moritz treffen Struwwelpeter" heißt es ab 23. Januar in der Kunsthalle Würth. In Kooperation mit dem Museum "Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst" in Hannover widmet man sich in Hall dem Humoristen, Zeichner und Verseschmied Wilhelm Busch. Bis 18. September sollen dann originale Handschriften, historische Erstausgaben sowie Gemälde, Zeichnungen und Briefe von Busch zu sehen sein.

Ins Museum Würth in Gaisbach, wo bis Anfang April noch unter dem Titel "Skulptur im Fokus der Sammlung Würth" Werke der Robert-Jacobsen-Preisträger zu sehen sind, hält im Frühjahr junge Kunst aus Namibia Einzug. In Zusammenarbeit mit der National-Art-Gallery Namibia zeigt die Sammlung Würth bis Herbst 2016 Bilder und Skulpturen zeitgenössischer Künstler aus Namibia. Vor allem in der Hauptstadt Windhoek existiere eine Kunstszene, die sich in ihrer Bildsprache teils auf das traditionelle Kulturerbe beziehe, teilt die Sammlung Würth mit.

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