Haalplatz Salz-Ideen von anderen Orten

Schwäbisch Hall / Tobias Würth 30.01.2019

Jury-Teilnehmer sowie Bürger sind sich beim Studieren der Entwürfe zum Haalplatz einig: Die Geschichte des Salzes muss besser dargestellt werden. Der bisher favorisierte Entwurf sieht nur vor, den Haalbrunnen zur Hälfte von den großen Bäumen zu befreien, die Haalmauer erlebbar zu machen und eventuell ein paar Infotafeln aufzustellen.

Ideen kommen noch

Baubürgermeister Peter Klink hat versichert, dass die drei Entwürfe, die noch im Rennen sind, mehr zum Thema Salz nachliefern müssen. Ergebnisse dieser Detail-Entwürfe sind für Ende März zu erwarten. Allerdings weist Klink auch darauf hin, dass so gut wie alle Planer von außerhalb betonen: Hall hat schon mit der Haalmauer und dem Haalbrunnen Pfunde, mit denen es wuchern kann. Die gelte es herauszuarbeiten. Daher enthalten nur wenige der Entwürfe größere Bauten zur Darstellung der Salzgewinnungs-Geschichte. Es geht also auch um die Frage, wie viel Platz räumt man der Präsentation der Salzgeschichte an dem historischen Ort überhaupt ein?

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich. Schließlich ist Hall nicht der einzige Ort, der durch die Salzgewinnung groß wurde. Kann man von der Darstellung der Geschichte dort lernen?

So weit braucht man nicht zu gehen: Bad Rap­pen­au, Bad Fried­richs­hall und Bad Wimpfen bauen ge­mein­sam mit der Bun­des­gar­ten­schau derzeit ein Gra­dier­werk. Das drei­ge­teil­te Holz­ge­rüst steht im Heilbronner Cam­pus­park in­mit­ten von altem Baum­be­stand. Fort­lau­fend rieselt bald Sole über auf­ge­schich­te­tes Schwarz­dorn­rei­sig und lässt durch Ver­duns­tung salz­hal­ti­ge Luft ent­ste­hen, die beim Ein­at­men eine gesunde Wirkung ent­fal­ten soll, ähnlich wie Seeluft.

Mit einem Gradierwerk wurde die Sole einst konzentriert, sodass die weitere Verarbeitung zu reinem Salz mit weniger Aufwand möglich wurde. Erst später wurde die heilsame Wirkung der Salzluft entdeckt. Nach der Buga bleibe der Bau als Dau­er­ein­rich­tung er­hal­ten. Sieht das Gradierwerk immer noch schmuck aus, wenn die Bundesgartenschau in andere Orte zieht? Das kann man nun am Beispiel Heilbronn beobachten.

Die großen Gradierwerke, zum Beispiel in Bad Salzuflen, in Bad Rappenau oder Bad Staffelstein, sind so riesig, dass sie den Haalplatz dominieren würden. „Man kann sie ja in kleiner Form errichten“, sagt der Haller Bürger Jochen Brand am Rand einer Infoveranstaltung. Wichtig sei ihm, dass gradierte Sole, also Salz in höherer Konzentration, präsentiert werde. Nur so käme das sinnliche Erlebnis des Salzes von Riechen, Schmecken und Fühlen so richtig zustande.

Doch wie stellt man die Handwerkskunst der Sieder dar? Der Arbeitsprozess erschließt sich ja nicht, wenn man nur ein Gerät sieht. Eine Bürgerin hatte zuletzt die Idee, ähnlich der Stadtminiaturen auf dem Grasmarkt und vor dem Adelshof, Haalplatz und Sieder im Modell abzubilden. Ein Beispiel wie das gelingt, steht in Reutlingen: Der Zunftbrunnen bildet die Tätigkeiten der Handwerker des Mittelalters ab. Man kann dabei die Figuren drehen.

Der Haller Sieder und Schuhmachermeister Reinold Elbel hat sich auch zum Thema Geschichte des Salzes Gedanken gemacht. Er zeigt auf seiner Facebook-­Seite einen Plan, den er selbst illustriert hat. Darauf sind ein Schöpfwerk neben dem Haalbrunnen und ein Gradierwerk an der Haalmauer zu sehen. Ebenfalls mit im Plan: ein Parkhaus. „Es wird natürlich nicht von allen gut befunden, ist mir aber egal“, schreibt er auf der Seite.

Ein ehrenamtlicher Schauspieler, der als Siedeknecht auftritt, hat bei der jüngsten Präsentation der Haalplatzplanung in der Volkshochschule gefordert, dass diese Schautruppe ebenfalls eine Heimat auf dem Haalplatz finden muss. Eine Hallerin schlägt vor, dass am Haalplatz Sole oberirdisch sprudeln müsse. Das Problem: Das Salzwasser ist so aggressiv, dass aus dem Haalbrunnen nur zu Demonstrationszwecken Süßwasser herausquillt.

Es gibt noch mehr Ideen. Im Gespräch forderte ein Stadtführer eine abschließbare Hütte, in der Puppen in Lebensgröße das Salzhandwerk darstellen. So könnte Touristen die Tätigkeit nahegebracht werden.

Am Ende entscheidet der Gemeinderat in Abstimmung mit dem Planer, welche Art der Darstellung des Salzes auf dem Haalplatz erwünscht ist.

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