Skandal Särge in Hall falsch abgerechnet - Erster Prozess könnte jetzt beginnen

Ein Sarg im Krematorium. Einem Haller Bestatter wird vorgeworfen, für die Kremation billige Särge verwendet, aber teure abgerechnet zu haben.
Ein Sarg im Krematorium. Einem Haller Bestatter wird vorgeworfen, für die Kremation billige Särge verwendet, aber teure abgerechnet zu haben. © Foto: dpa/Archiv
Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 23.07.2014
Die Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall hat vor dem Landgericht Heilbronn Anklage gegen einen Haller Bestatter erhoben. Ihm wird vorgeworfen, mehrfach Särge falsch abgerechnet zu haben.

Der Bestatter, der noch sein Geschäft in Schwäbisch Hall führt, soll teure Särge abgerechnet und die Verstorbenen nach Trauerfeiern in billige umgebettet haben. Dieser Vorwurf wurde bereits im Sommer 2013 bekannt, nachdem zwei andere Bestatter eines Haller Unternehmens ins Visier der Ermittler geraten waren. Dort geht es neben Umbettungen um weitere Betrugsvorwürfe und pietätloses Verhalten. In dem schwerer wiegenden Fall ist es allerdings noch nicht zur Anklage gekommen.

Überschaubarer sind die Vorwürfe gegen den nun angeklagten Bestatter. Ermittlungen hätten Ende 2013 ergeben, dass in mindestens 25 Fällen umgebettet worden sei, so Oberstaatsanwalt Peter Bracharz. Das Amtsgericht Hall ließ damals nachermitteln. Es seien nun bis zu 20 weitere Fälle dazugekommen, teilt der Staatsanwalt mit. "Gegenstand sind wieder falsch abgerechnete Särge, de facto Umbettungen." Das Landgericht Heilbronn müsse sich nun mit der Anklage der Staatsanwaltschaft befassen. Wann es zu einem Prozess kommt, "das können wir nicht beeinflussen".

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