Europa Rumänen zum zweiten Mal zu Gast in Rosengarten

Familiengrillfest mit Freunden vor dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Rosengarten: (von links) Dan Codrean, stellvertretender Bürgermeister von Zabrani, Amalia Miro, ehemalige Feuerwehrkommandantin in Zabrani, Eugen Miculit, Hauptberater im Rathaus von Zabrani, Bürgermeister Jürgen König und Siegfried Hager, Leiter der Altersabteilung in der Rosengartener Feuerwehr.
Familiengrillfest mit Freunden vor dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Rosengarten: (von links) Dan Codrean, stellvertretender Bürgermeister von Zabrani, Amalia Miro, ehemalige Feuerwehrkommandantin in Zabrani, Eugen Miculit, Hauptberater im Rathaus von Zabrani, Bürgermeister Jürgen König und Siegfried Hager, Leiter der Altersabteilung in der Rosengartener Feuerwehr. © Foto: privat
Rosengarten / Beatrice Schnelle 13.07.2018
Eine Delegation aus Zabrani hat sich in Rosengarten über Verwaltungsarbeit informiert. Die rumänischen Gäste beschreiben die Deutschen respektvoll als disziplinierte Menschen mit Kampfgeist.

Die Freundschaft begann im Sommer 2015. Auf Initiative des Rosengartener Feuerwehrmanns Robert Hoppe, der sich für den Haller Hilfsverein MUT (Mitmachen und Teilen) engagiert, spendete seine Gemeinde aus dem Fuhrpark der Feuerwehr den Kollegen in Zabrani ein gebrauchtes Löschfahrzeug. Das LF 16 war 30 Jahre alt, aber noch bestens in Schuss. Eine Abordnung aus der rumänischen Kleinstadt unter Führung ihres Bürgermeisters Marian Toader holte das wertvolle Geschenk damals persönlich in Rosengarten ab.

Im Sommer 2016 folgte Bürgermeister Jürgen König mit einer zwölfköpfigen Gruppe aus Gemeinderäten und Feuerwehrleuten der Einladung für einen Gegenbesuch. Und weil sich die Deutschen und die Rumänen ungeachtet kultureller Unterschiede und sprachlicher Barrieren bestens verstanden, geht die schöne Geschichte jetzt weiter: Ende Juli reiste zum zweiten Mal eine Delegation aus dem rund 1100 Kilometer entfernten Zabrani für einen dreitägigen „Erlebnis­urlaub“ nach Rosengarten. Diesmal schickte Toader seinen Stellvertreter Dan Codrean mit.

„Angesichts der großen politischen Herausforderungen in Europa sind Verbindungen dieser Art von besonderer Bedeutung, um sich gemeinsam für ein friedvolles Zusammenleben zu engagieren“, unterstreicht der Rosengartener Rathauschef, der den Gästen aus dem EU-Mitgliedsstaat während ihres Aufenthalts interessante Einblicke in die Arbeit der Verwaltung und der freiwilligen Feuerwehr seiner Gemeinde gewährte. Lavinin Fleischer, gebürtiger Rumäne, Lehrer im Haller Schulzentrum West und seit 21 Jahren in Deutschland zu Hause, hatte als Dolmetscher eine Menge zu tun, um die vielen Fragen seiner Landsleute und die Antworten darauf zu übersetzen. Unterstützung erhielt er von Amalia Miro: Die frühere Kommandantin der Freiwilligen Feuerwehr Zabrani lebt seit einem Jahr mit ihrer Familie im Ortenaukreis und wollte ihre ehemaligen Kameraden bei dieser Gelegenheit unbedingt wiedersehen.

Das Rosengartener Löschfahrzeug habe in seiner neuen Heimat schon fast 30 Einsätze gefahren, berichtete Dan Codrean, ausgebildeter Mechaniker für Großmaschinen. Die 67 Männer und drei Frauen der Feuerwehr in Zabrani seien für rund 4500 Bürger und eine Fläche von rund 110 Quadratkilometern zuständig. Zum Vergleich: In Rosengarten leben 5080 Menschen auf 31 Quadratkilometern Markungsfläche.

Angezündete Erntereste

Eine häufige Brandursache in der ländlich geprägten Region ist hierzulande so gut wie unbekannt: „Nach der Ernte werden oft die getrockneten Getreidereste auf den Feldern angezündet, und da müssen unsere Leute dann zum Löschen anrücken.“

Eine andere Art von Feuer ist in Rumänien ebenso beliebt wie in Deutschland, verriet der stellvertretende Bürgermeister beim traditionellen Grillfest vor dem Uttenhofener Feuerwehrhaus. Nämlich die freundlichen Flammen, die Bratwürste und Steaks zum Brutzeln bringen. Ansonsten seien er und seine Begleiter begeisterte Fans des schwäbischen Nationalgerichts „Spätzle mit Soß“. Codreans Tipp für Rumänienreisende aus Deutschland: Sie müssten unbedingt Sarmale probieren, die traditionellen, rumänischen Krautwickel.

Wie erlebten die Gäste aus Rumänien in den drei ereignisreichen Tagen das „typische“ Deutschland? „Hier herrschen Ordnung, Disziplin, Ausdauer und Kampfgeist“, fasste der 49-jährige Familienvater Codrean mit dem Ausdruck von Hochachtung zusammen.

Gegenbesuch nächstes Jahr

Die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden soll weiter gepflegt werden. Im kommenden Jahr wollen die Rosengartener beim Fest zum 140-Jahr-Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Zabrani dabei sein.

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