Schwäbisch Hall Rückblick auf umstrittene Wehrmacht-Ausstellung

Schwäbisch Hall / swp 11.06.2018
Der ursprüngliche Initiator Hannes Heer kommt am Dienstag, 12. Juni, ins Haus der Bildung nach Hall.

Vor 15 Jahren – im Jahr 2003  – erhitzte ein Thema die Gemüter der Haller ganz besonders heftig: Die „Wehrmachtsausstellung“, die in der Gartenschauhalle gezeigt wurde. Die einen meinten, die Soldaten würden in den Schmutz gezogen. Die anderen sahen in ihr einen Teil des Nazi-Gräuelregimes.  Intensive Debatten, Auseinandersetzungen sowie Demonstrationen begleiteten die Schau.

Volkshochschule,  Kulturbüro, evangelisches Kreisbildungswerk und die Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental laden für Dienstag, 12. Juni, um 19 Uhr ins Haus der Bildung zu einem Themenabend über die Wehrmachtsausstellung ein.

Verbrechen der Wehrmacht

Das Hamburger Institut für Sozialforschung hatte unter Leitung von Hannes Heer in den 90er-Jahren eine erste Wehrmachtsausstellung erstellen lassen, die 1995 bis 1999 durch Deutschland tourte und die Kernaussage traf, Teile der Wehrmacht hätten sich aktiv am Vernichtungskrieg im Osten beteiligt. Der Bruch mit dem Mythos einer sauberen Wehrmacht sorgte für eine heftige öffentliche Debatte: im Bundestag, in Medien und auf der Straße.

Auf Grund von Vorwürfen fehlerhafter Bildzuordnungen sowie massiver Kritik zog Jan-Philipp Reemtsma diese Wehrmachtsausstellung zurück und ließ eine überarbeitete, zweite Ausstellung kuratieren. Die neue Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 bis 1944“ wurde von Ulrike Jureit erstellt und war von 2001 bis 2004 zu sehen, auch in Hall.  Hannes Heer war hieran nicht mehr beteiligt. Er warf der neuen Ausstellung vor, sie betreibe ein „Verschwinden der Täter“.

Initiator in Hall

Hannes Heer wird nun in Schwäbisch Hall als ursprünglicher Initiator und Kurator auf die Wehrmachtsausstellungen zurückblicken und fragen, was diese uns heute noch zu sagen haben; auch und gerade in einer Zeit, in der geschichtspolitische Auseinandersetzungen wieder an Schärfe gewinnen.

Hannes Heer und sein Team wurden mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet.

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