Langenburg Rokla fräst sich durch den Markt

Die Firmengründer Robert Piasecki (links) und Klaus Volkert (Zweiter von rechts) präsentieren dem Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten (Zweiter von links),  David Schneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwäbisch Hall, und dem Landtagsabgeordneten Friedrich Bullinger (rechts) ihre Fräsen.  
Die Firmengründer Robert Piasecki (links) und Klaus Volkert (Zweiter von rechts) präsentieren dem Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten (Zweiter von links),  David Schneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwäbisch Hall, und dem Landtagsabgeordneten Friedrich Bullinger (rechts) ihre Fräsen.   © Foto: Dorn
Langenburg / von Kerstin Dorn 06.06.2018
Jeder Nachteil hat auch einen Vorteil, sagt das Sprichwort. Robert Piasecki und  Klaus Volkert  können die Volksweisheit aus eigenem Erleben bestätigen.

Jeder Nachteil hat auch einen Vorteil, sagt das Sprichwort. Robert Piasecki und  Klaus Volkert  können die Volksweisheit aus eigenem Erleben bestätigen. Vor fünf Jahren bekamen sie die Nachricht, dass ihr Arbeitgeber, der Langenburger Baumaschinenhersteller Terex,  die Produktion seiner Fräsen einstellen wird. Das traf die beiden Kollegen hart: Beide arbeiteten in diesem Bereich und beide waren in Langenburg tief verwurzelt. Sie hatten Familie, engagierten sich in der Kirche, der Feuerwehr und in verschiedenen Vereinen. Langenburg war ihr Zuhause. Die Entscheidung,  die Fräsenproduktion und den Vertrieb in eigene Hände zu nehmen, war  „eine stark emotional geprägte Geschichte“, erinnert sich Robert Piasecki.  Eine Geschichte, die aber durchaus ihren Vorteil hatte.

Start-up gegründet

Die Geburtsstunde ihres Start-ups war der 11. April 2013. Damals setzten die beiden Firmengründer ihre Unterschrift unter den Notariatsvertrag und  nahmen als Drei-Mann-Unternehmen zum 1. Juni den Produktionsbetrieb auf. Zusammen mit  Ian Webster, dem Vater und Entwickler der modernen Anbaufräsen, gründeten sie die Firma Rokla und starteten eine Innovationsoffensive, um ihre flexibel einsetzbaren Produkte am Markt zu etablieren. Ihre Fräsen sollten bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten, im Straßen-, Kanal-, Tief- und Tunnelbau, bei Arbeiten in gefrorenen Böden oder auch im Spezialtiefbau zum Einsatz kommen.

Seit fünf Jahren baut Rokla – der Name  setzt sich aus den Vornamen der beiden Chefs Robert und Klaus zusammen – in Langenburg die neueste Generation von  hydraulischen Anbaufräsen und vertreibt sie weltweit unter dem  Markennamen „Rockwheel“. Die Rockwheel-Fräsen erkämpfen sich einen angesagten Namen in der Branche, was sogar den  US-amerikanischen Vertriebspartner „Alpine“ dazu veranlasste, die Produkte „Made in Germany“ unter dem neuen Label  zu vertreiben.

Letzte Woche hatten die Firmengründer zur Geburtstagsparty eingeladen und allen Grund, mit ihren Gästen anzustoßen: auf  1000 verkaufte Fräsen,  auf eine Produktpalette, die mittlerweile 20 Modelle umfasst und auf ein gewachsenes Team von 40 Mitarbeitern.

Aber auch darauf, dass Rokla im letzten Jahr vom Magazin Focus zum „Wachstumschampion“ gekürt worden ist und in diesem Jahr ein brandneues Produkt, den Bohrhammer „Impactor“ auf den Markt bringen wird. Unter den Gratulanten ist auch der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten: „Normaler­weise werden wir  zu echten Jubiläen eingeladen. Dann, wenn Firmen ihr 25-jähriges Bestehen oder mehr feiern. Aber wenn es weiter so gut läuft, haben wir bald wieder Grund zum Feiern“, sagt der Politiker und erhebt sein Glas darauf, dass sich  Rokla ab 2020 durch den sechsspurigen Ausbau der A6 fräsen  wird.

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Diesen Platz konnte Rokla  im Gesamtranking einer FOCUS-Studie belegen, die 500 deutsche Unternehmen mit dem größten Umsatzwachstum zwischen 2013 und 2016 bewertete. Bei den Maschinenbaufirmen waren sie sogar Wachstumschampion.

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