Mainhardt Römermuseum Mainhardt feiert Jubiläum

Mainhardt / ERNST-WALTER HUG 08.08.2015
Beim Empfang zum 25-jährigen Bestehen des Römermuseums richtete sich der Blick nach vorn. Die Bindung zum Welterbe Limes soll noch enger werden.

Es gehört zwar nicht selbst zum Unesco-Weltkulturerbe, doch es stellt wie zahlreiche andere größere und kleinere Einrichtungen dieser Art archäologische Funde aus, bringt dem Publikum die Bedeutung des Weltkulturerbes Limes nahe: das Römer-Museum von Mainhardt. Und der Limes-Entwicklungsplan, so Andreas Thiel vom Landesdenkmalamt, sehe in den kommenden Jahren vor, diesen Einrichtungen durch Alleinstellungsmerkmale größere Bedeutung und damit größere Nähe zum Weltkulturerbe Limes zu verschaffen.

Mainhardt habe mit seinen Weihe- und Jupiteraltarsteinen beste Voraussetzungen für ein solches Alleinstellungsmerkmal und damit weitere 25 Jahre Römer-Museum, sagte er an Bürgermeister Damian Komor und den ehrenamtlichen Museumsmacher Torsten Pasler gewandt.

Letzterer war zum Empfang gar in römischer Aufmachung erschienen. Und zwar nicht in kriegerischer Rüstung eines römischen Legionärs, sondern in ziviler Kleidung, wie sie ein Mitglied der Mainhardter Truppe "Cohors 1 Asturum equitata" in seiner Freizeit wohl getragen haben mag. Torsten Pasler trägt sie auch bei seinen Führungen als sogenannter Cicerone, ist er doch auch Vorstand des Verbandes der Cicerones, der speziell ausgebildeten, eng an das Aalener Informationszentrum gebundenen Limes-Führer. Auch dessen Leiter Stephan Bender überbrachte Bürgermeister Komor Erfreuliches: Pläne einer alten Keltenburg, die vor dem Römerkastell in Mainhardt stand. Pläne, die Mainhardt immer dann braucht, wenn Baumaßnahmen anstehen. Denn der Ort steht auf alten Ruinen früherer Besiedlungen, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen.

Über 100 Exponate, die in der Vormuseumszeit im Rathaus eingelagert waren, fanden vor 25 Jahren Platz im Museum, das in der Kapelle des Mainhardter Schlösschens eingerichtet wurde. Auch dieses Gebäude hat schon eine Jahrhunderte alte Geschichte. 1588 wurde das Schloss erstmals als Jagdresidenz und Sitz des dortigen Amtmannes urkundlich erwähnt. 1728 kam es durch Erbfolge an die katholische Linie derer von Hohenlohe-Bartenstein, und die errichtete dort innerhalb der Schlossumfriedung eben jene Kapelle.

Lange war das Museum nur durch einen Schriftzug an der Außenmauer neben dem Eingangstorbogen kenntlich. Jetzt kann man es auch von der Straße aus erkennen. Unter Beifall der rund 100 Empfangsteilnehmer wurde der neue Schriftzug an einem dunklen Balken in Giebelhöhe enthüllt.