Schwäbisch Hall Ringelpiez und Theatersport in der Nacht

Schwäbisch Hall / Monika Everling 04.07.2018
Die Late-Night-Show „Die Pollys bei Olli’s“ lockt mit fröhlicher Unterhaltung etwa 30 Gäste an.

Als „Wohnzimmerkonzert“ bezeichnen die Freilichtspiele ihr Talk-Format „Die Pollys bei Olli’s“, und in die meisten Wohnzimmer hätten die etwa 30 Gäste – darunter einige Freilichtspiele-Mitarbeiter und -Ensemblemitglieder – auch hineingepasst. Die Hamburger Band Tante Polly, die auch die Musik zu „Don Camillo und Peppone“ sowie zum Theaterspaziergang macht, ist in Olli’s Bar am Hafenmarkt Gastgeber, trotzdem bietet sie eher eine Umrahmung als ein Konzert. Bandleader Dominik Dittrich moderiert den Abend.

Man will eine „familiäre Atmosphäre“ schaffen. Deshalb gibt es gleich nach den ersten Musiktiteln Ringelpiez mit Anfassen: Die Zuschauer sollen sich ihren Tischnachbarn vorstellen, aber nicht mit ihrem eigenen Namen, sondern mit dem Vornamen des andersgeschlechtlichen Elternteils. Dann wird „die Welle“ geprobt. Gute-Laune-Spielchen wie auf einer Hochzeitsfeier – und damit passen sie ganz gut zu dem Abend, bei dem es immer wieder um die Hochzeit von Gina und Mariolino aus „Don Camillo und Peppone“ geht.

Bewundernswerte Ideen

Die beiden Talk-Gäste sind Alice Hanimyan und Moritz Fleitner, die auf der Großen Treppe das ungleiche Liebespaar spielen. „Die Pollys“ würden ihnen Geheimnisse entlocken, hieß es in der Ankündigung. Aber es geht gar nicht um die Darsteller als Personen. Dass auch sie sich mit dem Vornamen ihres andersgeschlechtlichen Elternteils vorstellen, ist noch das Privateste, was passiert. Ansonsten bleiben sie strikt in den Rollen.

Sie bekommen Aufgaben, wie man sie vom „Theatersport“ kennt: Gina und Mariolino sollen von ihrer Hochzeitsreise erzählen, und zwar so, dass jeder nur ein Wort sagt und der andere den Satz dann spontan fortsetzen muss. Oder die Zuschauer denken sich etwas aus, was Gina ihrem Mariolino zur Hochzeit geschenkt haben könnte (ein Kochlöffel, der das Lieblingslied singen kann), und Alice Hanimyan soll es erraten. Dazu muss sie so tun, als wüsste sie es schon, und flüssig davon erzählen, während Moritz Fleitner sich so hinter ihr postiert, dass es aussieht, als seien seine Arme ihre. Er schaftt es, so zu gestikulieren, dass seine Partnerin das schwierige Rätsel tatsächlich löst. Es ist bewundernswert, wie die beiden zusammenwirken und welchen Ideenreichtum sie offenbaren. Mit Gesangstiteln – auch von „Assistentin“ Julia Friede – klingt der heitere Abend gegen Mitternacht aus. 

Info Weitere Late-Night-Talk-Termine mit den Pollys sind am 11. Juli sowie 1. und 22. August ab 22.45 Uhr in Olli’s Bar.

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