Medizin Rettender Strom-Impuls

Zukunftsweisende Herzoperation am Diak.
Zukunftsweisende Herzoperation am Diak. © Foto: Privat
swp 09.01.2018

Kürzlich wurde erstmalig am Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall einem Patienten ein neuartiger Defibrillator erfolgreich implantiert, der das Herz und das Gefäßsystem nicht berührt und vor dem plötzlichen Herztod aufgrund lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen schützt. Der Eingriff wurde von Prof. Dr. Alexander Bauer, Chefarzt der Inneren Medizin/Kardiologie im Herzkatheterlabor des Diaks, geleitet. Das hat das Klinikum mitgeteilt.

Ein Defibrillator besteht aus einem kleinen Computer, der Herzsignale wahrnimmt und bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen einen hochenergetischen elektrischen Impuls über ein als Elektrode bezeichnetes Verbindungskabel an das Herz sendet und damit die Rhythmusstörung beendet. Bislang wurden die Elektroden der implantierbaren Defibrillatoren  durch ein Blutgefäß direkt in das Herz geführt. Das Gerät selbst wurde dabei unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Anders als bei diesen klassischen Systemen wird bei dem neuartigen, sogenannten subkutanen Defibrillatorsystem die Elektrode nicht durch eine Vene geführt, sondern liegt direkt unter der Haut.

Weniger Komplikationen

Prof. Bauer freut sich über diesen Meilenstein in der Medizin. Der operative Eingriff sei dadurch risikoärmer und schneller. „Zudem werden im Vergleich zum klassischen System weniger Komplikationen mit der Elektrode erwartet“, so Bauer. Das Gerät selbst wird im Bereich der mittleren Axillarlinie – eine gedachte Linie, die senkrecht an der seitlichen Brustwand verläuft – implantiert. Das habe im Gegensatz zum klassischen, im Brustbereich implantierten System auch den kosmetischen Vorteil, dass die entstehende Narbe nicht unmittelbar sichtbar sei.

Hilfe für mehr Patienten

Für den neuartigen Defibrillator kommen unter anderem Patienten in Frage, die vom plötzlichen Herztod bedroht sind oder bei denen herkömmliche, venöse Elektrodensysteme immer wieder zu Komplikationen geführt haben. Die Herzschrittmachertherapie selbst gibt es in Deutschland bereits seit den 1960er Jahren. Die Geräte kommen bei Patienten mit zu geringer Herzfrequenz zum Einsatz und übernehmen sozusagen die Taktgebung des Herzens.

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