Eigentlich ist die Lösung mit ihm als kommissarischer Rektor nur als Übergang gedacht, doch auf die Stellenausschreibung 2016 hatte sich niemand beworben. Pfeffer führt das auf die schlechte Bezahlung zurück. „Ab dem Schuljahr 2020/2021 sollen Grundschulleiter höher eingestuft werden. Dann gibt es hoffentlich Bewerber“, sagte er in der Gemeinderatssitzung im Dezember. Er selber ist nur etwa einmal pro Woche in Bühlerzell. „Hauptsächlich zu Elterngesprächen“, erläuterte er. Um das Tagesgeschäft kümmert sich Bühlertanns Konrektor Christian Single, der aber auch nicht die ganze Zeit dort sein könne. Die vier Lehrerinnen würden teilweise Schulleitungs- und Verwaltungsaufgaben übernehmen, führt Pfeffer aus. Die Elternschaft in Bühlerzell sei klasse. Sie unterstütze die Schule sehr, meinte er an anderer Stelle.

Nötiges Material steht bereit

Für den seit 2016 gültigen Bildungsplan, der komplett eingeführt sei, habe die Schule das nötige Material angeschafft. Beispielsweise haben jetzt alle vier Klassenzimmer eine Leinwand. In zweien wurden Beamer installiert, um mit einem I-Pad Dokumente zu fotografieren und sie auf der Leinwand abzubilden. 2019 sollen auch die beiden anderen Klassenräume so ausgestattet werden. „Ab jetzt sind die Ausgaben wieder in normaler Höhe“, kündigte der Rektor dem Gemeinderat, der für die Bewilligung der Gelder für die Schule zuständig ist, an.

Pfeffers Wunsch wäre, einen momentan unbenutzten Raum zu einem kleinem Computerraum mit acht PCs und einem Drucker auszurüsten. „Dann könnten die Schüler in Kleingruppen die Grundbegriffe der Textverarbeitung, Bildbearbeitung und Tabellenkalkulation lernen“, erklärte er.

Wie im vergangenen Schuljahr teilt sich die Schule mit dem Kinderhaus eine FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziales Jahr). Der junge Mann ist nachmittags zusammen mit einer Lehrerin für die Hausaufgabenbetreuung zuständig. Sehr flexibel ist das Nachmittagsbetreuungsangebot in Bühlerzell. Während an anderen Grundschulen häufig von Montag bis Donnerstag alle vier Tage gebucht werden müssen, können die Kinder dort an einzelnen Tage an der Betreuung teilnehmen. „Das kommt sehr gut an“, meinte Pfeffer. Angeboten werden beispielsweise eine Waldgruppe, Töpfern, Fußball, Kochen und Backen sowie Spiele und Basteln.

Starkes Selbstbewusstsein

Neu eingeführt hat Pfeffer das Präventionsprogramm „Starke Kinder“ für die dritte Klasse. Es soll das Selbstbewusstsein der Kinder stärken und thematisiert auch den Umgang miteinander etwa in Streitsituationen. „Ein sehr gutes und erfolgreiches Programm, und es ist sehr nötig“, findet Pfeffer. Die Viertklässler absolvieren ihr Fahrradsicherheitstraining nicht wie bisher in Bühlertann, sondern in Hall. Die Kosten der Busfahrt übernimmt die Gemeinde. Gerade im Aufbau befindet sich eine Schülerbücherei. Ab Herbst 2019 können die Kinder dort schmökern oder Bücher nach Hause ausleihen.

Weniger Schüler

Ebenfalls ab dem neuen Schuljahr bekommt das Kollegium männliche Verstärkung. „Endlich mal ein Mann“, meinte Gemeinderätin Sybille Ziegler dazu. Von Gabriele Strobel und von Rolf Funk bekam Pfeffer anerkennende Worte für seine Arbeit. „Es ist Ruhe eingekehrt in der Schule. Das genießt gerade jeder“, meinte Funk. Einen Wermutstropfen musste Pfeffer dem Gremium aber einschenken: „Unsere Schülerzahl sinkt. Im Schuljahr 2009/2010 hatten wir 92, aktuell sind es 62 Schüler. 2020/2021 haben wir wohl in zwei Klassen weniger als 16 Schüler. Das bedeutet, dass erste und zweite Klasse zusammengelegt werden müssten. Das sollten wir im Auge behalten“, warnte Pfeffer.

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Obersontheim „Wir rechnen an der Grundschule in den kommenden Jahren mit etwa 170 bis 200 Kindern, aktuell sind es knapp über 170. Die Zweizügigkeit wird auf jeden Fall gesichert sein, in jeder Jahrgangsstufe dürften es zwischen 45 und 50 Kindern sein“, erklärt Rektor Stefan Kiesel.

Vellberg „Laut den Geburten der letzten sechs Jahre können wir weiterhin mit einer stabilen Zweizügigkeit rechnen. Wir bewegen uns zwischen circa 33 und 40 Schüler pro Jahrgang. Durch die Neubaugebiete sehe ich diesen Trend als gesichert an“, schildert Rektor Marcus Feldmann.

Bühlertann „Die Zweizügigkeit an der Grundschule in Bühlertann wird erst ab 2020/2021 vollständig sein, bis 2017/2018 waren wir stets 1,5-zügig, derzeit haben wir erstmals drei zweizügige Jahrgänge und einen einzügigen“, führt Schulleiter Thomas Pfeffer aus. Bis 2023 werden jährlich zwischen 28 und 34 Kinder eingeschult. „Die Schülerzahlen in der Grundschule steigen seit 2018 an“, weiß Pfeffer. siba