Schenkenseebad Rekordjahr im Haller Freibad

Die letzten Arbeiten im Hallenbad: Torsten Böttcher und Jens Miermeister begutachten den Startblock am Sportbecken.
Die letzten Arbeiten im Hallenbad: Torsten Böttcher und Jens Miermeister begutachten den Startblock am Sportbecken. © Foto: Thumilan Selvakumaran
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 14.09.2018
Heute ist letztmalig in dieser Saison das Baden im Freien möglich. Morgen eröffnet das Hallenbad nach neunwöchiger Umbauphase. Die Stadtwerke haben rund 750.000 Euro investiert.

Torsten Böttcher muss ordentlich schrubben. „Es geht nur mit einem weichen Schwamm“, sagt der Fachangestellte für Bäderbetrieb und deutet auf verchromte Edelstahlteile des Startblocks. „Die Kalkablagerungen müssen weg.“ Aggressive Mittel würden die Oberfläche angreifen. Es klappt nur behutsam: „Immer wieder befeuchten, immer wieder mit dem Tuch drüber.“

Im Schenkenseebad laufen die letzten Vorbereitungen. Neun Wochen war geschlossen, um dringende Arbeiten zu erledigen. Am morgigen Samstag, 8 Uhr, sollen sich die Tore wieder öffnen. Pa­rallel ist am heutigen Freitag letzter Öffnungstag im Freibad.

Beckenumrandung erneuert

Jens Miermeister, Abteilungsleiter für Bäder der Stadtwerke Hall, spricht von aufwendigen Arbeiten, die in der Zwischenzeit erledigt wurden. „Bereits 2016, bei der letzten langen Schließzeit des Hallenbads, haben wir angefangen, die Beckenumrandung zu erneuern.“ Die alten Fliesen seien undicht gewesen, scharfe Kanten hätten zudem immer wieder zu Verletzungen geführt.

Der Plan damals, alles es in einem Aufwasch zu erledigen, ging nicht auf. Nun wurde der fehlende schmale Streifen zwischen Becken und Ablauf erneuert – um das Sportbecken herum, auf circa 140 Metern. Bis auf das Betonfundament wurde der Bereich abgetragen. „Die alte Konstruktion war 40 Jahre alt, sie kippte auf einer Seite um rund 1,5 Zentimeter.“

Durch neue Nivelliertechnik liege die Toleranz im Millimeter-Bereich. „Da liegt jetzt alles im Wasser“, sagt Miermeister, der auch die neue Rinne meint. Denn auf dem neu angebrachten Fliesenstreifen wird künftig Wasser stehen. „Das ist leiser, und die Wellen beim Schwimmen werden nicht mehr so arg zurückgeworfen. Sie fließen sanfter aus.“

Für die Konstruktion sei aber „extreme Präzisionsarbeit“ nötig gewesen, was den Zeitplan verschoben hat. Ursprünglich war die Öffnung bereits für vergangene Woche geplant. „Uns war aber die Qualität wichtiger als diese eine Woche. Die Konstruktion soll ja wieder 30, 40 Jahre halten.“

Zwei neue Spielgeräte

In den neun Wochen wurde noch mehr umgebaut: Dazu gehören Deckenstrahler in LED-Technik in Teilen der Umkleidekabine, außerdem im Bistro und oberhalb des Sprungturms. „Die anderen Halogenstrahler werden wir nach und nach austauschen“, meint Miermeister. Dafür fehle aber noch der Förderbescheid. Zum Tragen komme ein Konzept eines Lichtplaners, um möglichst Tageslicht zu simulieren und gleichzeitig Energie zu sparen.

Neu sind zwei Spielgeräte im Kleinkinderbecken sowie eine Verkleidung der Glasfront am Lehrschwimmbecken, außerdem eine Erweiterung der Fußbodenheizung im Außenbereich der Sauna. Die Lüftungsanlagen seien modernisiert und in der Sauna Sitzflächen abgeschliffen worden. „Auch die Fön-Ecke haben wir etwas aufgefrischt und neue, leistungsfähigere Geräte installiert.“ Die Kosten liegen in Summe bei rund 750.000 Euro.

Wenn morgen das Hallenbad öffnet, ist die Freibadsaison bereits beendet, die heuer Rekordwerte erzielt hat. Grund war die langanhaltende Hitzewelle. „Es war seit Eröffnung im Mai kontinuierlich gut“, so der Abteilungsleiter, „besonders im Juli und August.“ Der besucherstärkste Tag war am 5. August mit 3361 Besuchern. Insgesamt waren es bis Stand Mittwoch mehr als 138.000. „Wir werden die 140.000 noch bis Freitagabend schaffen.“ Zum Vergleich: 2017 kamen etwa 115.000 Besucher.

Neun Fachangestellte für Bäderbetriebe, zwei Azubis und zwölf Rettungsschwimmer seien alleine im Beckenbereich im Einsatz gewesen. An wenigen Tagen hätte das Freibad aber trotz guten Wetters bereits um 20 Uhr und nicht erst um 21 Uhr schließen müssen – immer dann, wenn die Arbeit personell nicht mehr gestemmt werden konnte.  „Das verstehen manche Besucher nicht. Aber auch nach der Schließung geht die Arbeit weiter. Es muss beispielsweise geputzt und die komplette Liegewiese von Müll befreit werden. Manchmal lassen es dann die gesetzlichen Ruhezeiten nicht zu, dass wir länger aufhaben.“

Party zum letzten Schultag

Neben den üblichen wöchentlichen „Sun-Fun-Days“ hat das Team erstmals die „Schools Out Party“ am letzten Schultag gefeiert, dazu unter anderem mit zwei Lastern rund 40 Tonnen Sand anfahren lassen, um einen Strand einzurichten. „Das kam sehr gut an. Das wollen wir wieder machen“, so Miermeister.

Öffnungszeiten und Preise bleiben gleich

Im Hallenbad gelten weiterhin folgende Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 6 bis 17.30 Uhr; Dienstag, Mittwoch, Freitag 7.30 Uhr bis 21 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 8 bis 21 Uhr. In den Schulferien ist donnerstags von 6 bis 21 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise werden ebenfalls nicht geändert. Ab 18 Jahren kosten diese für 75 Minuten 4,90 Euro, für drei Stunden 7 Euro und für den ganzen Tag 8,50 Euro. Ermäßigt liegen sie bei 3,70 Euro, 4,50 Euro und 6,20 Euro. Kinder unter drei Jahren sind frei.

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