Crailsheim Verpackungsmaschinen: Bosch hat ein Rekordjahr eingefahren

Neu entwickelte Maschinen wurden vom Markt sehr gut angenommen und trieben 2018 den Umsatz bei Bosch Packaging Technology.
Neu entwickelte Maschinen wurden vom Markt sehr gut angenommen und trieben 2018 den Umsatz bei Bosch Packaging Technology. © Foto: Bosch
Crailsheim / Marius Stephan 23.01.2019
Mitte 2018 teilte Bosch mit, sein Verpackungsmaschinengeschäft verkaufen zu wollen. Der Crailsheimer Standort verbucht in der Zwischenzeit Zuwächse in allen Bereichen.

Trotz der Verkaufsabsicht des Mutterkonzerns entwickelt sich der Bosch-Packaging-Technology-­Standort Crailsheim blendend: Die Auftragslage sei sehr erfreulich und auch der Umsatz sei in allen Bereichen „sehr, sehr gut“, freut sich Joachim Brenner, der das Werk in der Horaffenstadt leitet. Bereits im Jahr 2017 verzeichnete der Standort ein gutes Jahr, „das geht gerade so weiter, wie in den letzten Jahren, die Entwicklung ist sehr positiv“, sagt Brenner. Insgesamt legte Crailsheim innerhalb von Packaging Technology ein Rekordjahr hin. Dieses sei deutlich ausgefallen, erläutert Brenner, Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen für einzelne Standorte jedoch nicht. Den Erfolg erklärt der Standortleiter mit den guten Produkten, vor allem auch neuen Produkten, die am Markt „massiv eingeschlagen“ haben.

Gut gerüstet für die Zukunft

Brenner sieht den Standort gut aufgestellt für die Herausforderungen der Zukunft. „Die Aufgaben werden immer komplexer, unsere Kunden haben hohe Erwartungen an uns.“ Besonders die Steuerung der Maschinen und damit die Anforderungen an die Softwareentwicklung steigen ständig. Der starke Bedarf im Softwarebereich führte auch zu einem Wachstum bei der Mitarbeiterzahl: „Wir haben im vergangenen Jahr rund 100 Mitarbeiter eingestellt“, sagt Brenner. Dies entspricht 41 Neueinstellungen, der Crailsheimer Standort wächst dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf 1141 Mitarbeiter. Als deutlichen Trend sieht Brenner die wachsende Anzahl weiblicher Mitarbeiter im Bereich der Entwicklung. Der Anteil betrage mittlerweile in etwa 30 Prozent. Brenner führt dies auf die Angebote von Bosch im Bereich Work-Life-Balance, zum Beispiel Homeoffice oder Teilzeitregelungen zurück.

Trotz des anstehenden Verkaufs wird weiter kräftig investiert: „Wir bauen gerade unsere Büros um, die Bereiche werden offener und flexibler“, erklärt Brenner. In eigenen Flächen sollen Projekte in Zukunft interdisziplinär bearbeitet werden. Das Unternehmen will so die Kreativität fördern sowie die Mobilität der Arbeitsplätze verbessern.

Konzern macht Zusagen

Zusätzlich zu den guten Zahlen und Entwicklungen des Standortes dürfte die Mitarbeiter vor allem die Ankündigung freuen, dass die Robert Bosch GmbH und der Geschäftsbereich Packaging Technology eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern des Geschäftsbereiches und Vertretern der IG Metall zur Absicherung der Mitarbeiter während des Verkaufsprozesses erreichten. Diese gilt für die deutschen Standorte und deckt auch die Zeit nach dem Verkauf ab.

„Unser Ziel in den Verhandlungen war es, mit den Arbeitnehmervertretern ausbalancierte Rahmenbedingungen zu vereinbaren – sowohl für unsere Mitarbeiter als auch für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“, sagt Torsten Kurz, Mitglied des Bereichsvorstands Packaging Technology.

„Wir konnten in den Verhandlungen den Fortbestand der Standorte in Deutschland für mindestens drei Jahre nach Abschluss der Transaktion sichern. Darüber hinaus ist es gelungen, verbindliche Zukunftsinvestitionen zu vereinbaren“, teilt der Gesamtbetriebsrat mit.

„Die Einigung beinhaltet verschiedene Sicherheiten für die Mitarbeiter. So bleiben die zum Zeitpunkt des Verkaufs geltenden Tarifbindungen für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren nach dem Verkauf bestehen“, stellt Uwe Bauer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Schwäbisch Hall fest.

Darüber hinaus regelt die Einigung viele Eckpunkte zum Fortbestand der aktuellen betrieblichen Regelungen, zudem Investitionszusagen für 2019 und eine Absicherung der heutigen Beschäftigungsbedingungen. „Insgesamt ist die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern auch ein positives Signal an mögliche Investoren“, ist Bereichsvorstand Kurz überzeugt.

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1141

Mitarbeiter zählt das Werk von Bosch Packaging Technology in Crailsheim aktuell. Im vergangenen Jahr konnten rund 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

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