Region Reifenhändler in der Region: Die meisten Autofahrer haben schon Winterreifen montiert

Die Winterreifen sind vor der Werkstatt gestapelt. Die meisten Fahrzeuge sind jedoch schon umgerüstet.
Die Winterreifen sind vor der Werkstatt gestapelt. Die meisten Fahrzeuge sind jedoch schon umgerüstet. © Foto: SWP
JÜRGEN STEGMAIER 10.12.2015
Winterreifen haben ein tiefes Profil, außerdem ist die Gummimischung auf Kälte abgestimmt. Beide Aspekte spielen derzeit keine Rolle. Dennoch haben die meisten Autofahrer in der Region längst umgerüstet.

Martina Walter und ihr Mann Dieter betreiben in Frankenhardt einen Reifenhandel. Ihr Eindruck: Die meisten Autofahrer haben zwischen Anfang Oktober und Ende November ihre Winterreifen montieren lassen oder selbst montiert. Werden eher die teureren Markenreifen gekauft oder fragt die Mehrzahl der Kunden nach günstigen Angeboten? "Wir empfehlen unseren Kunden nur das, was wir selbst fahren. Das sind nicht die ganz billigen. Aber es gibt gute günstige Reifen", sagt Martina Walter. Autofahrern, die ihre Sommerreifen nicht in der Werkstatt lagern, sondern daheim, empfiehlt Martina Walter: Die Reifen sollten liegen - und zwar an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort.

Auch bei Reifen Ricker in Fichtenberg stellt man fest, dass die meisten Autofahrer die Winterreifen schon drauf haben - obwohl der Trend eindeutig dahin gehe, die Pneus so lange zu fahren wie nur möglich, aus Kostengründen. Der Ricker-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, rät Autofahrern, die die Räder selbst wechseln, dazu, einen Drehmomentschlüssel zu verwenden. Mit diesem Werkzeug ließen sich Schrauben exakt so stark anziehen, wie es die Hersteller vorsehen. Die meisten Hobby-Monteure würden vor Sorge, die Schrauben seien nicht stark genug angezogen, zu kräftig zupacken. "Wir haben öfter mal mit abgerissenen Schrauben zu tun", erzählt der Ricker-Mitarbeiter und empfiehlt, den Drehmomentschlüssel auf einen Wert zwischen 110 und 120 Newtonmeter einzustellen. Bei Alufelgen sei es umso wichtiger, die Schrauben mit der vorgesehenen Kraft anzuziehen, weil Alu weicher ist als Stahl.

"Die erste Welle ist vorbei. Jetzt ist es gerade etwas ruhiger. Die meisten haben inzwischen Winterreifen auf ihren Autos", sagt auch Wladimir Schwab. Den Wert schätzt er auf 80 Prozent. Schwab betreibt einen Reifenhandel im Untermünkheimer Teilort Übrigshausen. Die meisten Fahrzeughalter, so seine Beobachtung, würden sich an die Regel "Von O bis O" halten: Von Oktober bis Ostern gehören Winterreifen aufs Auto. Das Geschäft mit Winterreifen sei in diesem Herbst gut gelaufen - wie auch schon in den Jahren davor.

"Das Besondere an der Gummimischung von Winterreifen ist der hohe Anteil an Kautschuk beziehungsweise Silica. Dadurch erhält der Reifen besonders gute thermoelastische Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen", schreibt das Magazin Winterreifen-Test.com.

Vor- und Nachteile von Winterreifen

Bewertung Die Vorteile von Winterreifen in der kalten Jahreszeit überwiegen die Nachteile bei weitem. Für Winterreifen gilt eine minimale Profiltiefe von 1,6 Millimeter. Der ADAC warnt aber: Schon ab einer Profiltiefe von 4 Millimetern nehme die Leistung der Reifen schon ab.

Vorteile Besserer Halt bei schneebedeckter Fahrbahn durch tieferes Profil sowie bei eisglatter Straße durch geschmeidigere Gummimischung. Bei winterlichen Straßenverhältnissen droht dem Fahrer kein Bußgeld, wenn er mit Winterreifen unterwegs ist. Mit Sommerreifen: 40 Euro, 1 Punkt. Wer den Verkehr bei winterlichen Verhältnissen behindert und noch Sommerreifen drauf hat, zahlt 80 Euro. Eine grundsätzliche Winterreifenpflicht gibt es nicht.

Nachteil Ein Fahrzeug, auf dem Winterreifen montiert sind, braucht wegen des groben Profils mehr Sprit.