„Ich möchte hiermit mitteilen, dass ich mit Wirkung zum 1. Februar 2019 die CDU-Fraktion im Schwäbisch Haller Gemeinderat verlassen werde“, schreibt Michael Reber in einer E-Mail. Der Landwirt und Biogasanlagenbetreiber aus Gailenkirchen war vor fünf Jahren in den Stadtrat gewählt worden. Als Grund nennt Reber enttäuschte Hoffnungen vor allem auf der Ebene der Kreis-CDU: „Die Wahl 2013 von Katrin Heinritz und dem damaligen Kreisvorstand mit einem recht jungen, modernen und unkonventionellen Vorstandsteam hat mich dazu bewogen, 2014 für die CDU im Haller Gemeinderat zu kandidieren, weil ich die Hoffnung hatte, dass sich die CDU im Kreis, aber auch in der Stadt, im Land und im Bund ähnlich modernisiert.“

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Hoffnung verloren

Doch diese Erwartungen seien nicht eingetreten. Heinritz kam mit dem Reformkurs nicht durch und verlor die Unterstützung wichtiger CDU-Mitglieder. Reber schreibt: „Einiges habe ich mitbekommen, und das war absolut unterirdisch. Ich möchte nicht wissen, was sonst noch gelaufen ist! Das ist der Hauptgrund, warum ich mich nicht mehr für die CDU hier vor Ort aufstellen lassen werde, weil ich hinter einer solchen Partei nicht mehr stehen kann.“

Ludger Graf von Westerholt, CDU-Fraktionssprecher im Haller Gemeinderat, ist am Freitagvormittag per Telefon im Zug zu erreichen: „Mit mir hat er nicht gesprochen. Ich bin überrascht.“ Westerholt sagt: „Der Reber ist ein guter Mann. Wir müssen uns jetzt ein Bild von der Lage machen.“

Michael Reber wechselt in die Fraktion der Freien Wählervereinigung, will aber sein CDU-­Parteibuch behalten. Damit gibt es den dritten Fraktionswechsel eines Stadtrats innerhalb der aktuellen Wahlperiode in Hall. Damiana Koch verließ die Grünen-Fraktion, um als Fraktionslose im Stadtrat zu sitzen. Monika Jörg-Unfried wechselte von der SPD zu den Grünen.

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