Baustoffhandel Raab Karcher zieht in den Westen

Matthias Geißler (links) aus Gaildorf ist der stellvertretende Leiter der Haller Niederlassung. Für Saint-Gobain, Mutter von Raab Karcher, leitet er auch das Projektgeschäft des Konzern für den Bahnhof Stuttgart 21. Der Wirtschaftsjurist Maurice Pöttner kam aus Wolfsburg nach Schwäbisch Hall. Er leitet die Raab-Karcher-Niederlassung.
Matthias Geißler (links) aus Gaildorf ist der stellvertretende Leiter der Haller Niederlassung. Für Saint-Gobain, Mutter von Raab Karcher, leitet er auch das Projektgeschäft des Konzern für den Bahnhof Stuttgart 21. Der Wirtschaftsjurist Maurice Pöttner kam aus Wolfsburg nach Schwäbisch Hall. Er leitet die Raab-Karcher-Niederlassung. © Foto: just
Schwäbisch Hall / just 17.02.2017
Die Haller Niederlassung wird neu gebaut. Eröffnung im Gewerbepark West ist Anfang März. Das Unternehmen gehört zum französischen Konzern Saint-Gobain.

Für Maurice Pöttner bringt die Umsiedlung von Raab Karcher eine ebenso große Veränderung wie für die Haller Niederlassung selbst. Allerdings hat Pöttner die wesentlich größere Distanz hinter sich zu bringen. Von Wolfsburg, wo er bisher gearbeitet hat, sind es nach Hall genau 500 Kilometer. Vom bisherigen Raab-Karcher-Standort in der Ringstraße am Bahnhofsareal in den Gewerbepark West sind es gerade einmal 2600 Meter. Pöttner hatte sich auf die Stelle als Leiter der neuen Niederlassung beworben und den Zuschlag erhalten.

Mehr Privatkunden

Raab Karcher will im Haller Westen mehr den anspruchsvollen Privatkunden ansprechen, ohne die Profihandwerker zu vernachlässigen. Bisher kauften hauptsächlich diese in der Haller Niederlassung ein. Dort ist man spezialisiert auf Bodenbeläge aus Stein und Keramik. „Unser Sortiment ist sehr breit. Selbst in Städten, die fünf- oder sechsmal so groß sind wie Hall, findet man keine bessere Auswahl“, wirbt Maurice Pöttner. Die Bodenbeläge werden in der rund 300 Quadratmeter großen Halle ausgestellt. Keinen Nachteil des neuen Standorts sieht der Niederlassungsleiter darin, dass Häsele im  Gewerbeparkt West genau gegenüber einen großen Baustoffhandel eröffnet hat.

Das Haller Bahnhofsareal soll vollkommen neu gestaltet werden, an der Ringstraße hat Raab Karcher keine Zukunft mehr gesehen. Ohnehin habe man mehr Platz gebraucht.

Vorgesehen ist, dass die neue Niederlassung am 6. März eröffnet wird. Ein großes Fest soll es aus diesem Anlass nicht geben, vielmehr sei an kleine Überraschungen für die Kunden in den ersten Tagen gedacht, so Pöttner.

Am Standort Hall hat Raab Karcher zehn Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen erstellte den Neubau nicht selbst. Bauherr ist vielmehr ein nationaler Investor, mit dem Raab Karcher öfter zusammenarbeite. Die Gebäude werden angemietet.

Kleiner als zunächst angekündigt will Raab Karcher eine LED-Werbewand gestalten, die an der Außenfassade angebracht wird. Anstatt der zunächst vorgesehenen Fläche von 25 mal 5 Meter (125 Quadratmeter) soll sie jetzt 20 mal 4 Meter (80 Quadratmeter) betragen.

Muttergesellschaft ist eines der weltweit größten Industrieunternehmen

 Raab Karcher gehört seit 2008 zum französischen Konzern Saint-Gobain. Innerhalb der deutschen Unternehmensgruppe Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH ist Raab Karcher die größte und umsatzstärkste Handelsmarke. Sie bietet nach eigenen Angaben ein breites Sortiment in den Gewerken Rohbau, Ausbau, Dach, Holz, Fliesen, Parkett und Laminat, Baugeräte und Werkzeuge sowie Tiefbau (Versorgung, Entsorgung, Oberfläche). Bundesweit ist das Unternehmen mit mehr als 125 Niederlassungen vertreten. Standorte in der erweiterten Region um Hall hat Raab Karcher in Aalen, Heilbronn, Ludwigsburg und Göppingen. Am Standort Hall ist das Unternehmen auf Bodenbeläge spezialisiert.

Der Konzern Saint-Gobain S.A., Paris, ist mit einem Umsatz von mehr als 39,6 Milliarden Euro (2015) und knapp 170 000 Mitarbeitern in 66 Ländern eine der 100 größten Industrieunternehmen der Welt. Als führender Baufachhändler in Deutschland erwirtschaftet die Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH (SGBDD), Offenbach am Main, mit rund 5100 Mitarbeitern an bundesweit über 220 Niederlassungen einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro durchschnittlich im Jahr.