Ausbildung Probesitzen im Polizeiwagen

Micha Weippert (links) und Hermann Schüttler (rechts) erklären die  Dienstausrüstung eines Streifenpolizisten. Aufmerksam hören vier Jugendliche zu, unter ihnen ist Damaris Hägele (Dritte von rechts).
Micha Weippert (links) und Hermann Schüttler (rechts) erklären die  Dienstausrüstung eines Streifenpolizisten. Aufmerksam hören vier Jugendliche zu, unter ihnen ist Damaris Hägele (Dritte von rechts). © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Katja Hartwig 17.07.2018
Die Polizei in Schwäbisch Hall stellt bei einem Info-Tag die verschiedenen Facetten ihres Berufs vor. Die Ordnungshüter brauchen in den kommenden Jahren viel Nachwuchs.

In den nächsten Jahren gehen 30 bis 40 Prozent der Polizisten in Rente“, erklärt Hermann Schüttler, Einstellungsberater bei der Polizei Schwäbisch Hall. Deswegen wird die Polizei für das Jahr 2019 so viele Leute wie noch nie einstellen. Um diesem Personalmangel entgegenzuwirken, hat die Haller Polizeiwache am vergangenen Donnerstag einen Informationstag zum Thema Ausbildung veranstaltet. Aber nur eine Handvoll Jugendlicher zeigt an diesem Tag Interesse.

Eine der meist gestellten Fragen, wenn es um den Einstieg bei der Polizei geht, dreht sich um den Einstellungstest. Dieser ist in drei Teile gegliedert und umfasst sowohl Sprachverständnis und Rechtschreibung als auch einen Intelligenztest unter Zeitdruck und die polizeiärztliche Untersuchung. Außerdem findet ein Auswahlgespräch statt. Wem das alles etwas viel vorkommt, den kann Micha Weippert, Schüttlers Kollege, beruhigen: „Wer sich gut vorbereitet, hat mit dem Test keine Probleme.“

Für die Polizei geeignet ist, wer gerne im Team arbeitet, in stressigen Situationen einen klaren Kopf bewahrt, bereit ist mit Menschen in Kontakt zu treten und sich durchsetzen kann.

Der Höhepunkt der Veranstaltung ist das Probetragen der Schutzweste und das Halten der Dienstwaffen. „Dass wir uns die Streifenwagen näher anschauen durften, war spannend“, erklärt Damaris Hägele aus Sulzbach-­Laufen. Die Schülerin will sich bei der Polizei bewerben. „Für mich war die Veranstaltung hilfreich, da ich viele Infos bekommen habe und jetzt weiß, an wen ich mich wenden kann.“

Es stehen zwei Ausbildungswege zur Wahl. Die Ausbildung im mittleren Dienst ist die zum Polizeimeister und dauert 30 Monate. Sie beginnt mit einer zwölfmonatigen Schulphase. Im ersten Teil lernen die angehenden Polizisten die Grundlagen wie Recht, Polizeitaktik, Kriminalistik und Einsatztraining. Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Leitthemen wie Streife, Verkehrsüberwachung, Unfallaufnahme und Kriminalitätsbekämpfung. Darauf folgt für ein Jahr die Praxisphase im Streifendienst. Den Abschluss bildet ein sechsmonatiger Abschlusskurs zur Vertiefung der Leitthemen.

Allerdings kann man sich auch für den gehobenen Dienst in Form eines Bachelorstudiums entscheiden. Insgesamt dauert dieses 45 Monate. Es beginnt mit einer neunmonatigen Vorausbildung, die der Grundlagenvermittlung im mittleren Dienst gleichkommt. Das erste Semester verlangt ein Grundpraktikum auf dem Polizeirevier. Danach folgt im zweiten und dritten Semester das Grundstudium an der Hochschule für Polizei, beispielsweise in Villingen-Schwenningen. Im vierten Semester wird das Hauptpraktikum auf dem Polizeirevier oder bei der Kripo absolviert und im fünften und sechsten Semester rundet das Hauptstudium die Ausbildung ab. Beide Wege bieten zudem den Vorteil eines sofortigen Festgehalts.

„Danach kann man in die verschiedensten Bereiche der Polizei einsteigen“, erklärt Schüttler. Neben dem Dienst auf der Wache gibt es unter anderem die Hundestaffel, die Kriminaltechnik oder die Wasserschutzpolizei. „Um vorab Einblicke zu erhalten ist ein Praktikum sehr sinnvoll“, rät er.

Zum Abschluss können die Teilnehmer noch einen kurzen Blick in die Wachstelle und die Ausnüchterungszellen werfen. Dort zu übernachten kostet zwischen 100 und 150 Euro. „Für den Preis ein unkomfortables Hotel“, lacht Micha Weippert.

Bewerbungsfristen laufen bis Herbst

Wer sich für den mittleren Dienst interessiert, kann sich bis zum 15. November 2018 um eine Herbsteinstellung am 1. September 2019 bewerben. Die Frist für den gehobenen Dienst läuft am 30. September 2018 aus. Die Einstellung erfolgt am 1. Juli 2019. Bewerbungsunterlagen erhält man bei Hermann Schüttler, Telefon 07 91 / 40 04 30 oder E-Mail hermann.schuettler@polizei.bwl.de.

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