Schwäbisch Hall Probesitzen bei Sakellariou

So diskutiert es sich bequem: Nikolaos Sakellariou (rechts) im Dialog mit dem Schweizer Touristen Andreas Leemann auf der alten Landtagsbank am Milchmarkt.
So diskutiert es sich bequem: Nikolaos Sakellariou (rechts) im Dialog mit dem Schweizer Touristen Andreas Leemann auf der alten Landtagsbank am Milchmarkt. © Foto: gm
Schwäbisch Hall / GM 10.08.2015
Sieben Monate vor der Landtagswahl scheint sich Nikolaos Sakellariou schon warmzulaufen für das Kräftemessen mit seinen Kontrahenten von CDU, FDP und Grünen.

Sieben Monate vor der Landtagswahl scheint sich Nikolaos Sakellariou schon warmzulaufen für das Kräftemessen mit seinen Kontrahenten von CDU, FDP und Grünen. Am Samstag bittet der Stadtrat und Landtagsabgeordnete die Bürger nicht wie gewöhnlich in sein Wahlkreisbüro in der Gelbinger Gasse zum Vier-Augen-Gespräch. Sakellariou sucht den Dialog mit den Bürgern bei heißen 30 Grad lieber direkt auf der Straße.

Zwischen SPD-Sonnenschirm und lebensgroßer Sakellariou-Pappfigur sorgt der SPD-Politiker weniger mit seinem Rechenschaftsbericht und Broschüren für Aufsehen. Die Hauptattraktion ist die mehr 50 Jahre alte Abgeordnetenbank aus dem Plenarsaal des Stuttgarter Landtags. Die Polster, die noch aus Zeiten Reinhold Maiers stammen dürften, sind natürlich schon etwas verschlissen. "Aber man sitzt wirklich bequem drauf", verspricht Sakellariou, der die Antiquität für 200 Euro erstanden hat, seinen vorbeilaufenden potenziellen Wählern.

Tatsächlich nimmt einer nach dem anderen Platz. Warum es in Hall so viele Bettler gibt, fragt Tourist Andreas Leemann. Und Georg Wachter möchte von Sakellariou wissen, warum in Hall viele Turnhallen in den Ferien geschlossen bleiben und ambitionierte Sportler nicht trainieren können. "Viele Bürger wollen in meinen Sprechstunden Erklärungen. Wie man Flüchtlingen am besten helfen kann oder warum der Enkel keine Lehrstelle bekommt - die Themen sind total unterschiedlich", sagt der 52-jährige, der seit 1999 im Stadtrat und seit 2001 im Landtag sitzt.

Wie er seine Chancen für die Wahl am 13. März 2016 einschätzt? "Gegen die CDU das Direktmandat zu holen wird sehr schwer", sagt Sakellariou. Er wolle den Wählern in den nächsten Monaten erklären, warum Grün-Rot noch eine weitere Legislaturperiode brauche, um das Land sozial gerechter zu machen.

Immerhin: In Sachen Originalität ist Sakellariou seinem Hauptkonkurrenten von der CDU momentan einen Schritt voraus. Bleibt abzuwarten, ob Helmut W. Rüeck ebenfalls auf einer historischen Landtagsbank in den Wahlkampf startet.