Ilshofen-Oberaspach Pro-Christ-Veranstaltungswoche vom 21. bis 25. Oktober in Oberaspach

In der Franckschen Scheuer soll die Pro-Christ-Veranstaltung über die Bühne gehen. Hans-Gerhard und Elisabeth Hammer sowie Thorsten Müller (rechts) stecken in den letzten Vorbereitungen.
In der Franckschen Scheuer soll die Pro-Christ-Veranstaltung über die Bühne gehen. Hans-Gerhard und Elisabeth Hammer sowie Thorsten Müller (rechts) stecken in den letzten Vorbereitungen. © Foto: Ufuk Arslan
UTE SCHÄFER 09.10.2015
"Liebe ohne Ende" ist das Thema der diesjährigen ProChrist-Veranstaltungsreihe. An fünf Abenden im Oktober geht es dabei um das Leben, den Tod, das Scheitern und vor allem um Gott.

"Eines vorweg", erklärt Pfarrer Thorsten Müller, "Pro Christ in Oberaspach ist keine Veranstaltung nur von den Apis", dem altpietistischen Gemeinschaftsverband, also einem freien Werk innerhalb der Landeskirche. Auch wenn Müller dort Gemeinschaftsprediger ist und die Veranstaltung federführend betreut. Denn neben den Apis sind auch die evangelischen Kirchengemeinden der Ilshofener Ebene als Veranstalter mit dabei. Müller: "Und überhaupt sind wir offen. Jeder kann kommen. Gott liebt alle."

Die Pro-Christ-Veranstaltungen in diesem Jahr betreten allerdings Neuland, so Müller. Es gibt diesmal nämlich keine Zentralveranstaltung mit Übertragung. Heuer sind die Prediger live vor Ort zu hören. "Es wurde in der Vergangenheit deutlich, dass der persönliche Kontakt sehr wichtig ist", sagt Müller. "Die Menschen kommen nur, wenn eine persönliche Beziehung entsteht."

Deshalb habe ProChrist, ein eingetragener Verein mit Sitz in Kassel, nun einen Rednerpool geschaffen, aus dem die Vorbereitungsteams vor Ort wählen können - und haben Thomas Wingert nach Ilshofen eingeladen. Er bekleidet bei der evangelischen Landeskirche eine Sonderpfarrstelle beim Amt für Missionarische Dienste und zieht als "Zeltpfarrer" mit dem Missionszelt durch die Lande. "In der Gegend ist er übrigens kein Unbekannter", sagt Thorsten Müller. "Thomas Wingert war Vikar in Bächlingen".

Worum geht es dem Vorbereitungsteam auf der Ilshofener Ebene? Jedenfalls nicht um Evangelisation, betont Friedrich Hofmann aus Ilshofen, der ehrenamtlich im Vorbereitungsteam sitzt. An den Abenden soll vielmehr ausgelotet werden, "welche Werte wir hier in Deutschland haben und woran wir glauben." Dies sei wichtig auch im Blick auf die Flüchtlinge, die derzeit ins Land strömen. Müller: "Es geht uns auch um die Frage: Welchen Beitrag können wir als Christen dazu leisten, dass diese Menschen integriert werden." Denn eines sei klar, meint Hofmann: "Jesus nimmt die Menschen wie sie sind. Deshalb sollte ich das auch tun und jeden Einzelnen annehmen und lieben. Dadurch entsteht Frieden."

Der Redner steht jetzt also fest, der Moderator, Hans-Gerhard Hammer, und die Themen auch. Nun dreht sich im Vorbereitungsteam alles um die Details: Wer organisiert das Bistro, in dem man sich nach den Reden noch treffen kann? Was gibt es zu Essen? Und überhaupt: Wieviele kommen? Das ist die große Frage, sagt Müller. "Wir stellen 150 Stühle. Aber mehr sind dann auch schnell noch geholt."

Denn Müller weiß, dass Veranstaltungen mit pietistischem Hintergrund hierzulande viele Zuhörer finden. Warum gerade hier? "Die pietistische Bewegung in Württemberg hängt oft mit einzelnen Personen zusammen", so Thorsten Müller. In Hülben auf der Alb etwa gab es eine Lehrerfamilie Kullen, die vor rund 250 Jahren eine Bibelstunde einrichtete. Sie existiert noch heute. "Doch in Hohenlohe ist diese Personenbezogenheit nicht so deutlich", meint Müller. "Da war der Pietismus vor 150 Jahren einfach da." Er vermute, dass es vielleicht die landwirtschaftliche Prägung sei.

Pro Christ in Deutschland

Ursprung Pro Christ ist eine alle zwei bis drei Jahre stattfindende Veranstaltung in der Tradition der evangelikalen Massenveranstaltungen. Bei der ersten Pro-Christ-Veranstaltung 1993 predigte der amerikanische Baptistenpastor Billy "das Maschinengewehr Gottes" Graham. Seine Predigten wurden von der Grugahalle Essen aus in fast 1000 Orte in Deutschland übertragen.

Termin Bislang gab es acht Pro-Christ-Veranstaltungen - eine besteht meist aus Predigten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Die letzte Pro-Christ-Veranstaltung war 2013. Heuer wird es wieder eine geben, diesmal auch in Ilshofen-Oberaspach in der Franck'schen Scheuer. Die Termine: Mittwoch, 21. Oktober, bis Sonntag, 25. Oktober, von Mittwoch bis Samstag jeweils ab 19.30 Uhr, sonntags ab 10.30 Uhr. Weitere Infos: prochrist-aschbich.de

SWP