Stadtentwicklung Privater Investor holt sich Stück vom Diak-Stammgelände

Schwäbisch Hall / MARCUS HAAS 09.05.2017

Die Diak-Verantwortlichen haben neben dem Neubau auch die Entwicklung des Stammgeländes mit im Blick. Auf dem Gesamtgelände vom Nikolaifriedhof bis nach Gelbingen gibt es viele Gebäude, die aus einer anderen Epoche stammen und für den Diakbetrieb nicht mehr gebraucht werden, erläutert Pfarrer und Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Lenke.

Die Bebauung stamme aus einer Zeit als noch von der kleinen Stadt am Berg gesprochen worden sei, wenn über das Diakonie-Klinikum geredet wurde. Es sei alles bebaut und bewohnt gewesen – vor allem von Diakonissen und von Mitarbeitern. Die Zeiten hätten sich geändert und in der Folge habe es auch immer mehr Leerstand auf dem Diakgelände gegeben. Heute wollten Arbeitnehmer zwar in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen, aber schon mit etwas mehr Abstand dazwischen.

Keine Angabe zum Verkaufspreis

„Einen Teil davon, ein Stück des Diak-Stammgeländes, hat nun der Investor DS Wohnbau aus Öhringen gekauft“, informiert Lenke. Über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Es handelt sich dabei um den Bereich Kocherhalde am Ortseingang von Schwäbisch Hall mit komplexer Hanglage, wo vor allem Fertighäuser aus den 1970er- und 80er-Jahren stehen beziehungsweise teilweise bereits länger leer stehen, so Hans-Joachim Lenke.

Dieser Bereich mit einer bebaubaren Fläche von insgesamt rund 18 500 Quadratmetern wurde abgetrennt, sei im Vorfeld entmietet und erst dann an DS Wohnbau in Öhringen verkauft worden, um eine kompakte Wohnbebauung zu ermöglichen.

„Ohne Rechtsstreitigkeiten“

Was bedeutet entmietet worden? Alle Mieter sind aus den Wohnungen raus und woanders untergebracht worden – auch mit Unterstützung der Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft Schwäbisch Hall. Das sei komplett „ohne Rechtsstreitigkeiten“ abgelaufen, betont Lenke. Alle Mieter hätten eine andere Wohnung bekommen. Das sei ohne zeitlichen Druck in den vergangenen beiden Jahren umgesetzt worden.

Mehrere Bewerber

Es habe mehrere Bewerber mit unterschiedlichen Modellen gegeben, macht Lenke weiter deutlich. Zuletzt seien noch Gespräche mit zwei Anbietern gelaufen. Dieter Schmetzer aus Öhringen hat nun mit seinem Unternehmen das Rennen gemacht. „Wir haben jetzt im Prinzip nichts mehr damit zu tun, haben aber mit Herrn Schmetzer einen Investor gefunden, der eine qualitative Wohnbebauung im Sinn hat“, sagt Lenke.

Was sagt der Firmeninhaber und Käufer der Kocherhalde dazu? „Erste Gespräche mit der Stadt Schwäbisch Hall laufen. Das muss aber noch in aller Ruhe weiter besprochen werden. Ich weiß ansonsten noch nichts. Es wird erst ein Stadtplaner beauftragt und dann mit der Stadt ein Bebauungsplan gemacht“, erklärt Firmeninhaber Dieter Schmetzer auf Nachfrage am Telefon.

Unter anderem Wohnbebauung

Von der Stadtverwaltung gibt es auf Nachfrage folgende Stellungnahme: „Der Verkauf der Kocherhalde an die DS Wohnbau in Öhringen ist uns bekannt. Die Stadtverwaltung kann sich an dem Standort eine Mehrfachnutzung, unter anderem eine Wohnbebauung, gut vorstellen.“

Alternativen gewinnen

Es sei positiv, dass nun Bewegung in das Projekt komme und die Umgestaltung soll zeitnah positiv und konstruktiv begleitet werden. Im Hinblick auf die städtebauliche Entwicklung Schwäbisch Halls erwarte die Stadtverwaltung eine Mehrfachbeauftragung, so dass am Ende mehrere Alternativen für die Entwicklung der Kocherhalde vorliegen.

Reihen-, Doppelhäuser und Eigentumswohnungen

Dieter Schmetzer ist der Inhaber des Unternehmens DS Wohnbau in Öhringen. Als Geschäftsführerin der Firma wird auf dem Internetauftritt Manuela Hilkert angegeben. Als aktuelle Bauvorhaben werden auf der Website unter anderem eine Landhausvilla in Bad Rappenau, ein Seniorenwohnpark und ein Mehrfamilienhaus in Bretzfeld genannt.

Das Unternehmen präsentiert auf seinem Internetauftritt insgesamt acht Ansprechpartner und nennt als wesentliche Ziele den Bau von Reihenhäusern, Doppelhäusern und Eigentumswohnungen sowie die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden. Es will dabei traditionelle Werte mit innovativem Denken und Handeln verbinden. Die Bauausführung soll durch renommierte Handwerksbetriebe erfolgen.