Schwäbisch Hall Private Kita bekommt weiteres Haus

So sieht der Neubau aus, der als Erweiterung des Hessentaler Kinderhauses „Zottele“ dient.
So sieht der Neubau aus, der als Erweiterung des Hessentaler Kinderhauses „Zottele“ dient. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Beatrice Schnelle 20.09.2018
Weil das Kinder- und Familienzentrum im Solpark erst Ende 2019 fertig wird, baut die Stadt für eine private Kita ein weiteres Gebäude für 270.800 Euro.

Hessental wächst. Im ersten Abschnitt des Baugebiets Sonnenrain ist laut Internetseite der Stadt nur noch einer von 54 Bauplätzen zu haben, auf den Grundwiesen wird gebaut, im Solpark schließen sich Baulücken. Mit der Einwohnerzahl steigt auch die Nachfrage für Kinderbetreuung. Ein Kinder- und Familienzentrum in der Geschwister-Scholl-Straße, neben dem ehemaligen Offizierscasino der US-Streitkräfte, soll weiteren Raum für die jüngsten Hessentaler schaffen. Geplant war die Fertigstellung des 1400 Quadratmeter großen und 4,5 Millionen teuren Zentrums, in dem 125 Kinder einen Kita- oder Krippenplatz finden, für September dieses Jahres. Nach jetzigem Stand wird sich die Eröffnung jedoch bis Ende 2019 verzögern.

Sechs Kinderbetreuungseinrichtungen mit insgesamt 256 Plätzen existieren derzeit in Hessental. Doch die platzen aus allen Nähten. Um zügig Abhilfe zu schaffen, lässt die Stadt derzeit in der Straße „An den Wasenwiesen“ neben der privat geführten Kinderkrippe „Zottele“ für rund 270.800 Euro ein Kita-Provisorium errichten. Voraussichtlich Anfang Oktober kann dort unter Leitung von „Zottele“-Inhaberin Monika Rehberger der Betrieb aufgenommen werden.

Tiere gehören zum Konzept

20 bis 25 Drei- bis Sechsjährige haben in dem Gebäude Platz, das seitens der Stadt als „Container“ bezeichnet wird. Eine Beschreibung, die Rehberger für stark irreführend hält: „Der Bau ist mit einer hochwertigen Holzquer­lattung verschalt, die Innenwände sind verspachtelt, vergipst und tapeziert, es gibt schöne Böden und große Fenster“, betont die 46-jährige Unternehmerin aus Crailsheim. Ein Gruppenraum, ein Mehrzweckraum, ein kleines Atelier, eine Küche, Sanitärräume und ein Büro teilen sich die 9 mal 18 Meter Grundfläche. Ein zusätzliches Pultdach wird das Regenwasser ableiten.

Vor 17 Jahren hatte sich die dreifache Mutter und ausgebildete Erzieherin mit ihrer ersten, privaten Kinderkrippe in Crailsheim selbstständig gemacht. Familienfreundlichkeit und Kundenorientierung seien ihr wichtig gewesen, denn beides habe sie in öffentlichen Kindergärten oft vermisst. Mittlerweile umfasst ihr Unternehmen drei Häuser in Crailsheim, zwei davon unter Leitung von Franchisenehmern. Ein weiteres Kinderhaus steht in Tauberbischofsheim. 2013 wurde in Hessental das fünfte „Zottele“ für 15 Kleinkinder im Alter bis zu drei Jahren eröffnet.

Ein Teil des Erfolgs ist tierischer Natur: In allen Häusern begleiten niedliche Vierbeiner die Kinder. In Hessental tollen die Zwergziegen Emi und Paulchen mit den Kleinen über die Wiese, dazu vier Kaninchen und ein Pony. Zwei Existenzgründerpreise und den „Giraffe Award“ 2017 des französischen Familienministeriums erhielt Rehberger für ihre Ideen schon. Derzeit absolviert sie ein Fernstudium als Betriebspsychologin, um den, wie sie sagt, wissenschaftlichen Hintergrund ihres pädagogischen Konzepts zu gewährleisten.

Befristete Nutzung

Ganz billig ist der Aufenthalt im Kinderparadies nicht. 350 Euro pro Monat und Näschen müssen Eltern für eine Ganztagsbetreuung schon übrig haben. Zum Vergleich: Der evangelische Kindergarten Hessental berechnet für ein Kind 284 Euro. „Wir erhalten nur die Mindestzuschüsse der Stadt und müssen auf unsere Kosten kommen“, erklärt Rehberger. Am teuersten sei das Personal. Für die neue Kita im „Container“ wurden drei Mitarbeiter eingestellt. Damit kümmern sich bald neun Erzieherinnen und ein Hausmeister im Hessentaler Doppel-Zottele um 35 bis 40 Kinder.

Wie schon für das Haus der Kinderkrippe, wird auch der zweite Bau von der GWG angemietet. Die Nutzungsdauer für letzteren ist nach aktuellem Stand aus baurechtlichen Gründen auf fünf Jahre befristet. Monika Rehberger hofft indes, dass noch eine Verlängerung drin ist. Eine Konkurrenzsituation zum künftigen Kindergarten im Solpark hält sie angesichts der Einwohnerentwicklung im Stadtteil für mehr als unwahrscheinlich. Jeder Platz werde dringend gebraucht.

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