Soziales Preis für engagierte junge Frauen

Schwäbisch Hall/Braunsbach / Verena Köger 07.11.2018
Der Zonta Club ermutigt Frauen mit dem Young Woman in Public Affairs Award, sich führend ehrenamtlich einzusetzen. Maya Lemke hat ihn gewonnen. Sie erzählt, wieso es sich lohnt, mitzumachen.

Jung, weiblich und engagiert – unter diesem Motto zeichnet der Zonta Club Schwäbisch Hall seit 2015 junge Frauen im Landkreis aus, die sich sozial oder politisch für eine Sache stark machen. Wichtig dabei ist, dass sie führende oder organisierende Aufgaben übernehmen, macht Simone Schöllhammer von Zonta deutlich. Die Haller Ortsgruppe der weltweiten Organisation wurde 2007 gegründet und hat mittlerweile 30 Mitglieder.

Der Verein möchte die Stellung der Frau und den Kontakt zwischen verschiedenen Nationen fördern. Dazu haben die Mitglieder auf regionaler Ebene einige Projekte ins Leben gerufen und unterstützt, so zum Beispiel das Frauenhaus in Schwäbisch Hall oder Sprachkurse für Migrantinnen. Ein besonderes Anliegen des Vereins ist, körperliche Gewalt gegen Frauen zu unterbinden, sagt Simone Schöllhammer.

Anerkennung für das Ehrenamt

Mit dem „Young Women in Public Affairs Award“ (YWPA) möchte der Club einen Anreiz für junge Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren im Landkreis schaffen, sich im öffentlichen Leben in einer gemeinnützigen Organisation einzusetzen – egal ob in der Politik, im Sozialwesen, bei der Kirche oder im Sport. Der Preis sei eine Anerkennung für die ehrenamtliche Tätigkeit und soll junge Frauen anspornen, früh eine Führungsaufgabe zu übernehmen, so die 47-Jährige. Zu gewinnen gibt es ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro sowie die Vermittlung eines Praktikumsplatzes.

Maya Lemke aus Braunsbach ist die aktuelle Preisträgerin. Die 17-Jährige wurde durch Barbara Meyer-Benz von Zonta auf den Wettbewerb aufmerksam. Diese ist mitverantwortlich für die Organisation des Awards. Für die Bewerbung musste Maya ein mehrseitiges, internationales Formular ausfüllen. Es galt unter anderem, Vorschläge zu machen, wie man Frauen international helfen kann. „Beginnen müsste man damit, die Definition des Feminismus nicht mehr negativ wirken zu lassen, sondern klarzumachen, dass dies bedeutet, dass Frau und Mann gleichgestellt sind“, stellte Maya unter anderem in ihrer Bewerbung klar. Außerdem sollte sie beschreiben, wie sie die Stellung der Frau in ihrem Land sieht und darstellen, in welchen Bereichen und warum sie sich ehrenamtlich einsetzt.

„Besonders beeindruckt hat uns, dass Maya in ihrem Wohnort einen Jugendtreff ins Leben gerufen hat, quasi von null auf hundert. Damit übernimmt sie für uns klar eine Führungsrolle“, erklärt Schöllhammer die Entscheidung des vierköpfigen Komitees. Im Jugendraum „Underground“ betreut Maya zusammen mit vier anderen Jugendlichen seit Mai 2017 zwischen zehn und 20 Mädchen und Jungen von der dritten bis zur achten Klasse. Das Team stellt alle zwei Wochen und am ersten Freitag im Monat ein Programm zusammen. „Wir spielen, kochen oder gehen mal Minigolf spielen. Zu Halloween haben wir Kürbisse geschnitzt“, schildert Maya die Arbeit. 2016 nahm sie am Trainee-Kurs teil, einer Art Jugendleiterausbildung.

Auch als Schülerin am Gymnasium Gerabronn macht sich Maya für Projekte stark. Das Mitglied der Schülermitverantwortung organisierte vor der Bundestagswahl 2017 eine Podiumsdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner (Die Grünen), Annette Sawade (SPD) und Kai Bock (Die Linken).

An die Öffentlichkeit treten

Maya ist froh, dass sie sich um den Award beworben hat. „Der Preis ist eine Wertschätzung an mich selbst. Mir wurde dadurch bewusst, was ich leiste“, sagt sie mit Stolz. Es sei wichtig, publik zu machen, für was man sich einsetzt und welche Möglichkeiten es gibt, anderen zu helfen.

Simone Schöllhammer stimmt zu. „Viele Mädchen trauen sich nicht, sich zu bewerben, weil sie denken, dass ihr Potenzial nicht ausreicht.“ Diese Einstellung müsse sich ändern. In diesem Jahr seien rund zehn Bewerbungen eingegangen. „Dieses Mal hoffen wir, dass es mehr sind“, sagt Schöllhammer, Director of Marketing and Public Relations bei der Haller Firma Klafs. Sie selbst ist seit 2012 Mitglied bei Zonta. Aufgenommen würden nur Frauen, die berufstätig sind und in einer verantwortungsvollen Position arbeiten. Ein weiterer Vorteil, den der YWPA ebenfalls mit sich bringe. „Man kann Kontakte knüpfen, auf die man in der Zukunft zurückgreifen kann“, stellt die Hallerin heraus.

Das Praktikum hat Maya im August bei unserer Zeitung gemacht. Ob sie mal in dieser Branche arbeiten möchte, weiß sie noch nicht. Auch Lehramt und soziale Berufe interessieren sie. Die 300 Euro, die sie bekommen hat, spart die Abiturientin für ihre geplante Reise nach Mexiko. Über das Deutsche Rote Kreuz möchte Maya in einem Dorf Frauen unterstützen, die aus recyceltem Müll Taschen herstellen, sowie in der Gemeindeverwaltung mitarbeiten. Der Award hat sie in ihrem Vorhaben bestärkt.

So funktioniert das Bewerbungsverfahren

Die Unterlagen für die Bewerbung um den Young Women in Public Affairs Award 2019 von Zonta Schwäbisch Hall können bei Barbara Meyer-Benz per E-Mail an b.meyer-benz@gmx.de oder unter Telefon 01 72 / 7 72 89 26 angefordert werden. Einsendeschluss ist der 25. Januar. Der Preis richtet sich an junge Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren. Voraussetzung ist, eine führende ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben. Die Gewinnerin bekommt einen Praktikumsplatz und ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro. Wer den Haller Wettbewerb gewinnt, qualifiziert sich für den Area-Preis. Danach folgt die Distriktebene.

Weitere Informationen zum Haller Zonta Club gibt es auf www.zonta-schwaebischhall.de, Details zu Zonta International auf www.zonta.org. ena

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