Zeig mir deine Hände und komm raus. Hast du nicht verstanden? Rauskommen!“, ruft ein Polizist. Am Montag löste ein 29-Jähriger einen Polizeieinsatz aus. Um 9.30 Uhr meldete die Mutter, dass ihr Sohn derzeit an einer akuten Psychose leide und in der Wohnung in der Rippergstraße randalieren würde. Er warf auch Gegenstände auf die Straße, heißt es im Polizeibericht der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen. Mehr als zehn Einsatzkräfte sind gegen 10.15 Uhr vor Ort.

Von dem Mann geht keine akute Gefahr aus

Es ist ruhig. Wenn nicht die vielen Polizeiautos und Polizisten in der Straße stehen würden, hätte wohl fast niemand etwas von dem Einsatz mitbekommen. Die Beamten wurden verständigt, „weil eine randalierende Person mit Gegenständen um sich wirft“, sagt der stellvertretende Haller Revierleiter Gerhard Müller. Es bestünde aber keine akute Gefahr, erklärt er weiter. Nach und nach treffen noch mehr Beamte ein. Auch das Deutsche Rote Kreuz ist bereits da.

Damit sich die Einsatzkräfte einen Überblick über das Haus verschaffen können, soll die Mutter, die auch vor Ort ist, einen Lageplan zeichnen. Außerdem versuchen sie, Baupläne vom Bauamt zu bekommen. Dann trifft auch eine Verhandlungsgruppe ein. Nach wie vor ist alles ruhig. Die hinzukommenden Beamten werden von ihren Kollegen über die aktuelle Lage aufgeklärt. Noch heißt es warten.

Gegen 11.30 Uhr trifft dann auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Göppingen ein. Die Einsatzkräfte ziehen Schutzwesten an, setzen ihre Helme auf und marschieren zum Einsatzort. Da die Beamten zwischenzeitlich befürchten, dass der Mann mit einem Messer oder einer Schere bewaffnet ist und gegen die Beamten einsetzen könnte, haben sie das SEK verständigt. Auch Hunde der Polizeihundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Aalen sind da. Und zwar vom Hauptstandort in Schorndorf.

SEK überwältigt den Mann

Immer wieder fahren Autos durch die enge Straße und es gehen auch ein paar Passanten vorbei. „Das SEK möchte, dass die Straße von beiden Seiten abgesperrt wird“, ruft ein Polizist seinen Kollegen zu. Nun ist kein Durchkommen mehr – zur Sicherheit der Zivilisten.

Dann kommt Bewegung in das Szenario. Nach wie vor scheitern die Versuche, den Mann zur Aufgabe zu bewegen. Per Funk wird durchgegeben, dass sich die Beamten bereit machen sollen, die Türe gewaltsam zu öffnen. „Nicht erschrecken, wenn gleich zwei Schläge zu hören sind“, sagt eine Polizeibeamtin.

Ein paar Minuten lang ist nichts zu hören. Dann plötzlich zwei dumpfe Schläge und klirrendes Glas. Die Einsatzkräfte haben die Türe aufgebrochen. Außer den Schritten über das zerbrochene Glas ist aus ein paar Metern Entfernung nichts zu hören. Nach kurzer Zeit entfernen sich die Beamten nach und nach von dem Einsatzort und streifen ihre Schutzhelme ab. Der Einsatz scheint beendet. „Er ist nicht groß verletzt“, sagt Gerhard Müller.

Der 29-Jährige ist von der Polizei festgenommen worden. Nach einer ärztlichen Untersuchung ist er in eine Fachklinik eingewiesen worden, schreibt die Polizeipressestelle Aalen in der Meldung weiter.

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Ilvesheim (Mannheim)

Spezialeinsatzkommando und Hundestaffel


Das Polizeipräsidium Einsatz mit Hauptsitz in Göppingen unterstützt die zwölf Regionalpräsidien in Baden-Württemberg, darunter auch das Polizeipräsidium Aalen. Zu dem gehört unter anderem das Polizeirevier Schwäbisch Hall. Bei der Direktion Spezialeinheiten Göppingen ist auch das Spezialeinsatzkommando angesiedelt, das bei dem Vorfall in Schwäbisch Hall zum Einsatz kam. Zu dieser Direktion zählen beispielsweise auch vier Mobile Einsatzkommandos und das Technikzentrum Spezialeinheiten.

Die Polizeihundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Aalen ist auf zwei Standorte aufgeteilt. Hauptstandort ist in Schorndorf mit 16 Beamten, in Kirchberg sind sechs stationiert. Die Staffel verfügt über 20 ausgebildete Hunde und einen in Ausbildung. Die Tiere leben bei ihren Hundeführern. Vor rund zwei Wochen hat die Hundestaffel den Ernstfall in Wolpertshausen geprobt (wir berichteten). kv