Berufsleben Plus nach zögerlichem Start

Genau arbeiten, genau prüfen – das lernen viele junge Menschen in ihrer betrieblichen Ausbildung.
Genau arbeiten, genau prüfen – das lernen viele junge Menschen in ihrer betrieblichen Ausbildung. © Foto: dpa
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 06.10.2018
6456 junge Menschen beginnen in den Betrieben der Region mit einer Ausbildung. Manche sagen zunächst mehreren Betrieben zu.

Es ist einiges in Bewegung und die Betriebe müssen sehr flexibel bleiben. Viele Jugendliche entscheiden erst sehr kurzfristig, wie es nach der Schule für sie weitergeht“, erkennt Dietmar Niedziella. Er ist der Leiter für Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken. Unternehmen sind konfrontiert mit späten Entscheidungen, mehrfachen Zusagen und kurzfristigen Absagen.

Kurzfristige Absagen

Diese Erfahrung macht auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Dort begannen im zurückliegenden Jahr 93 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung, jetzt waren es 91. Der Rückgang ergebe sich nicht, weil sich der Haller Baufinanzierer entschlossen hat, weniger auszubilden. Vielmehr hätten Bewerber mit einer Zusage so kurzfristig abgesagt, dass eine Neubesetzung nicht möglich war, erklärt ein Unternehmenssprecher.

Runde mit dem Chef

Die Industrie- und Handelskammer meldet für das aktuelle Ausbildungsjahr 4623 neue Ausbildungsverhältnisse. Dies sind 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Negativ sind die Vorzeichen in den Handwerksberufen: Die Handwerkskammer meldet nach 1861 neuen Ausbildungsverhältnissen im zurückliegenden Jahr aktuell 1833. Dies entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent.

Auch beim Würth-Konzern starten geringfügig weniger junge Menschen ins Berufsleben als im Vorjahr. Waren es 2017 noch 238 Auszubildende, so sind es aktuell 233. Für den neuen Jahrgang begann Anfang September die Einarbeitungsphase. Dazu gehören Seminare, beispielsweise zum Thema „Top am Telefon“, Teamtrainings im Hochseilgarten sowie eine Gesprächsrunde mit Norbert Heckmann, dem Geschäftsführer der Hauptgesellschaft des Konzerns in Künzelsau, der Adolf Würth GmbH & Co. KG.

An Bewerbern mangelt es nicht, schreibt Bausch+Ströbel. Der Spezialmaschinenhersteller aus Ilshofen begrüßte Anfang September 46 neue Auszubildende – fünf mehr als im Vorjahr. Sie erlernen kaufmännische und technische Berufe. In dem Betrieb haben im Lauf der zurückliegenden 50 Jahre rund 1000 Menschen eine Berufsausbildung absolviert.

1,3

Millionen Auszubildende gibt es in Deutschland. 63 Prozent davon sind Männer, 37 Prozent Frauen.

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