Schwäbisch Hall Plan: Schüler lernen im Palais

Schwäbisch Hall / MARCUS HAAS 09.02.2013
Seit eineinhalb Jahren steht das Engelhardt-Palais in der Gelbinger Gasse leer. Früher war die Musikschule in dem Gebäude. Plan: Die Krankenpflegeschule kommt rein. Gespräche zwischen Stadt und Diak laufen.

"Ich habe die Zustimmung von der Diak-Leitung bereits erhalten", sagt Hermann-Josef Pelgrim in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Das Ziel: Wo früher Musikschüler übten, lernen künftig rund 120 Schüler der Krankenpflege- und Kinderkrankenpflege des Diaks. Zusätzlich zum Unterricht gibt es Angebote zu Fort- und Weiterbildung. Der Plan sieht vor, dass das Gebäude in der Gelbinger Gasse im Besitz der Hospitalstiftung bleibt und für die Dauer des Neubaus des Diakonie-Klinikums zunächst für zehn Jahre an das Diak vermietet wird.

Ein normaler Schulbetrieb wäre während der Bauarbeiten nur schwer vorstellbar, alternativ nutzbare Gebäude gebe es nicht und der aktuelle Standort der Krankenpflegeschule "ist eigentlich nicht optimal", sagt der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Lenke am Telefon. Der Pfarrer erklärt, dass das Gebäude, in dem der Schulbetrieb ist, oberhalb am Wichernweg auf dem Diakgelände steht. Die Verwaltung der Schule ist auf der anderen Seite im Feierabendhaus am Badweg untergebracht. "Das gehört beides in ein Gebäude", macht Lenke deutlich. Im Palais wäre dies der Fall. Weitere Vorteile aus Sicht von Lenke: Dozenten vom Diak erreichen den neuen Standort in rund fünf Minuten zu Fuß, der zentraler liege, mehr städtisches Flair biete.

Mit dem möglichen Einzug der Krankenpflegeschule ins Palais "unterstützen wir die örtliche Händlerschaft einerseits und das Diak während seiner Neubaumaßnahme andererseits", teilt Pelgrim in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Ist das Gebäude für die Krankenpflegeschule geeignet? Ja, einer ersten Prüfung des städtischen Hochbauamtes nach, ist eine Nutzung als Krankenpflegeschule prinzipiell geeignet. Die Raumgrößen passen. Hauptaufgaben bei der Sanierung werden beispielsweise die Herstellung eines zweiten Fluchtweges, eine neue Heizungsanlage, neue Dämmung, Beleuchtung sein. Die Investitionskosten werden auf insgesamt 400000 Euro geschätzt. Im Hospitalhaushalt sind bislang dafür 250000 Euro abgebildet. Im Zuge der Haushaltsberatungen soll die Summe entsprechend erhöht werden. Das Gebäude liegt im Sanierungsgebiet, Fördermittel können fließen. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Umzug bereits Anfang 2014 oder Mitte 2014. Was sind die nächsten Schritte? Diak und Stadt bleiben im Gespräch, die baurechtliche Prüfung läuft, Detailfragen werden geklärt. Der Hospitalausschuss trifft sich zur Vorberatung, dann kommt das Thema in eine der nächsten Gemeinderatssitzugen.

Im Gemeinderat sind in der vergangenen Sitzung positive Stimmen zu hören. "Diese Perspektive ist sehr erfreulich", sagt Helmut Kaiser (SPD). Und die Händler in der Gelbinger Gasse? "Ich freue mich. Es ist wichtig, dass das Gebäude nicht mehr leer steht", sagt Hannelore Tränkner. Ihr Wäschehaus steht gegenüber. Sie hätte sich auch eine Nutzung durch kleinere Geschäfte unten und durch Gewerbe oben in dem Gebäude gut vorstellen können, findet aber die mögliche schulische Nutzung sehr gut.

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