Schwäbisch Hall Pflegestift Teurershof: Sanierung steht bevor

Schwäbisch Hall / Tobias Würth 21.06.2018
Dienste für Menschen verkauft das Gebäude fürs Betreute Wohnen, betreibt es aber weiterhin als Dienstleister. Für Bewohner soll sich nichts ändern.

Aus Doppelzimmern werden Einzelzimmer. So gut wie alle älteren Alten- und Pflegeheime stehen vor einem Problem: Die Heimbauverordnung trat zwar schon vor Jahren in Kraft, doch Ende 2019 läuft eine Übergangsfrist aus. Dann muss mit der Umwandlung von Mehrbett- in Einzelzimmer begonnen werden. „Für uns bedeutet das: aus 135 Plätzen im Pflegestift werden 89“, sagt Jürgen Straßel. Der Regionalleiter der Dienste für Menschen ist für sechs Pflegestifte in der Region verantwortlich.

Doch woher soll das Geld für den „zig Millionen Euro teuren“ Umbau des 40 Jahre alten Klinkergebäudes im Teurershof kommen? Die Dienste für Menschen, eine Tochter der Diakonie, haben entschieden, eines der beiden Gebäude im Teurershof zu verkaufen. Mit dem Erlös wird die Sanierung bezahlt. „Eine Einzelperson aus dem Raum Heilbronn hat es erworben“, sagt Straßel. Der Mann sei kein anonymer Investor, trete bei Mieterversammlungen persönlich auf. In dem verkauften Haus sind 50 Wohnungen untergebracht, die zum betreuten Wohnen, also nicht zum Pflegeheim gehören. „Bis auf den Besitzerwechsel der Immobilie ändert sich nichts“, versichert Straßel. Die alten Mietverträge bleiben bestehen. Betreiber blieben die Dienste für Menschen.

Wohnungen würden bei einem Mieterwechsel renoviert. Das sei bei langen Mietperioden nötig, betont Straßel. Ein Nachbar des Pflegestifts, der anonym bleiben will, wendet sich an die Zeitung. Er befürchtet Mieterhöhungen. Die sind allerdings nach Sanierungen üblich. „Das Gebäude bleibt ein betreutes Wohnen, das ist so festgelegt“, sagt Straßel. Es ziehen also nicht etwa junge Familien oder Studenten ein, wie das andernorts üblich ist.

„Im Jahr 1979 ging das Pflegestift Teurershof ans Netz“, erläutert der Regionalleiter. Eine Sanierung stehe jetzt an. „Wir starten damit dieses Jahr.“ Die Senioren sollen möglichst nicht von zu starkem Baulärm beeinträchtigt werden. Daher würde das Gebäude nicht wie ansonsten üblich Stockwerk für Stockwerk, sondern vertikal von einer Ecke zur anderen saniert. Das vermeide Lärm, ist sich Straßel sicher.

Auch um einige der Bewohner für die Bauzeit auszuquartieren, werden die beiden Heime in Vellberg und Obersontheim errichtet. Der Träger der Altenhilfe setzt auf eine dezentrale Strategie, um auch nach der Verkleinerung des Heims im Teurershof Mitarbeiter auf die Neubauten verteilen zu können.

250 Mitarbeiter an demnächst sechs Standorten

Dienste für Menschen mit Sitz in Esslingen betreibt als diakonischer Altenhilfeträger in der Region mehrere Einrichtungen: Wohn- und Pflegestift Teurershof, Haus Vohenstein Rosengarten, Pflegestift Rosenberg, Seniorenwohnstift Horst Kleiner im Lindach. Geplant sind Neubauten in Vellberg und Obersontheim. Zudem werden ambulante Dienste, Tagespflege, Essen auf Rädern aus eigener Küche und Freizeitaktivitäten angeboten. Rund 250 Mitarbeiter kümmern sich um die Senioren in den Heimen. Auf dem Gelände am Teurershof ist auch die Altenpflegeschule untergebracht.

Fachkräfte werden wie von anderen Trägern auch bei den Diensten für Menschen gesucht. „Wir bezahlen einen Tariflohn, der sich an dem des öffentlichen Dienstes orientiert“, wirbt Regionalleiter Jürgen Straßel. „Wir haben freigestellte Mitarbeiter, die sich um Praktikanten, Auszubildende und neue Mitarbeiter kümmern“, erläutert er. So würden neue Kräfte besser einbezogen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel