Künzelsau Partystimmung bei Sunrise Avenue

Künzelsau / Nina Piorr 26.06.2018
Die finnische Rockband bildet auf dem Würth Open Air den krönenden Höhepunkt.

Ausgelassen tanzende Menschen, die Refrains mitschmetternd und die Hände in Richtung des wolkenverhangenen und doch trocken bleibenden Himmels gereckt – die Stimmung am letzten Abend des Würth-Open-Airs ist super. Zu diesem Erfolg tragen die Bands Dr. Feelgood, Matt Beilis, Niila sowie Sunrise Avenue bei, die auf dem Gelände des Carmen-Würth-Forums ein riesiges Publikum begeistern.

Mit seinen gefühlvollen Songs, die auch Platz für ruhigere Zwischentöne bieten, sowie fein akzentuierten instrumentalen Zwischenspielen (besonders herausragend: das Saxofon) legt der finnische Singer-Songwriter Niila mit Band die Latte bereits hoch. Seinen Höhepunkt erreicht das Stimmungsbarometer jedoch, als nach mehreren Minuten Umbauverzögerung die Band die Bühne betritt, der Niila durch Zusammenarbeit und gemeinsame Auftritte seine mittlerweile über Finnlands Grenzen hinausreichende Bekanntheit verdankt: die finnische Rockband Sunrise Avenue. Raul Ruutu (Bass), Sami Osala (Drums), Riku Rajamaa (Gitarre) sowie natürlich Frontmann Samu Haber (Gesang, Gitarre) in Jeansweste und Converse bringen insbesondere das weibliche Publikum zum Kreischen. „Sad and happy songs“, verspricht Haber und in der Tat ist bei Sunrise Avenue mit einer Mischung aus Rock, Pop und Balladen für jeden Geschmack etwas dabei. Im Gepäck hat die 2002 gegründete Musikgruppe vor allem Songs ihres am 6. Oktober 2017 veröffentlichten Studioalbums „Heartbreak Century“.

Globale Vernetzung und gleichzeitige Einsamkeit, Hektik, krankmachender Perfektionismus sowie der tief in der Gesellschaft wurzelnde Wunsch nach echten Gefühlen thematisieren die Stars in ihrem fünften gemeinsamen Album. Dazu gehört etwa der Song „I help you hate me“, bei dem Haber seine markante Stimme zu den wummernden Bässen entfaltet. „Why aren’t we happy with everything we have?“, singt Haber und übt – verpackt in einen schnörkellosen, aussagekräftigen Text sowie in eine mitreißende Melodie – gleichzeitig ein wenig Gesellschaftskritik. Im Zwiegespräch von Gesang und Piano wirkt der Song zurückgenommener und dabei höchst emotional.

Abgesehen von den immer wieder schön zur Geltung kommenden Instrumentalpassagen begeistern die finnischen Poprocker mit ihren fetzigen Refrains, die das Zeug zum Ohrwurm haben. Schade allerdings, dass das Open-Air-Konzert in Künzelsau ein überraschendes schnelles Ende findet: Ohne jede Zugabe verabschiedet sich Sunrise Avenue ziemlich abrupt von der Bühne.

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