Tradition Paraden, Bullriding und Hot Dogs

Schwäbisch Hall / Sonja Alexa Schmitz 04.07.2018
In den USA ist heute Nationalfeiertag. Die Amerikaner feiern ihre Unabhängigkeit. Junge Studenten, die am Goethe-Institut Deutsch lernen, erzählen davon.

Heute werden sich auf den Facebookseiten von Erin, Kathleen, Kirsten und Trevor die Bilder häufen: Menschen beim Barbecue, Feiernde am Straßenrand und Feuerwerksraketen. Ihre Freunde und Familien feiern in der Heimat. Die vier jungen US-Amerikaner sind in Schwäbisch Hall am Goethe-Institut für einen ein- beziehungsweise zweimonatigen Sprachkurs. Sie verpassen daher die große Sause.

Geschäfte bleiben geschlossen

Am 4. Juli 1776 haben sich die 13 britischen Kolonien in Amerika erstmals in einem Dokument als Vereinigte Staaten von Amerika bezeichnet und die Unabhängigkeit erklärt. Das wird bis heute ausgiebig gefeiert.

Seither ist der 4. Juli ein Feiertag. Die Geschäfte bleiben geschlossen. Die Menschen feiern. „Wir machen immer ein Barbecue mit der Familie“, erzählt Trevor, der mit seiner Frau Kirsten in Kalifornien lebt. Grillpartys scheinen traditionell bei vielen Familien zu dem Festtag zu gehören.

Autos rasen ineinander

Danach gehe man in die Stadt zu allerhand wilden Veranstaltungen. Dazu gehörten Bullriding, Rodeo und Demolition Derby, ein Motorsport, bei dem Autos bewusst auch ineinander rasen. Beim Bullriding könne es sehr spannend werden, erzählt Kirsten, allerdings komme es auch zu schweren Verletzungen wie auch beim Demolition Derby.

In den Städten werde es auf jeden Fall laut. Paraden ziehen durch die Straßen mit Brass-Bands, schwungvollen Blechbläsern. Traditionelle Lieder würden an diesem Tag inbrünstig gesungen. „America the beautiful“ und „This land is your land“ zum Beispiel. „Wir haben diese patriotischen Lieder als Kinder gelernt und auf der Bühne am 4. Juli gesungen“, erzählt Kirsten. Die 27-jährige Kalifornierin erinnert sich außerdem an auswendig gelernte Gedichte.

Feuerwerke werden gezündet

Irgendwann gebe es immer irgendwo ein großes Feuerwerk, erzählen die Goethe-Studenten. Die Menschen, die sich an dem Tag begegnen, wünschten sich „Happy fourth“ oder „Happy Independence Day“. Man isst Hamburger oder Hotdogs.

Nun sind die vier Amerikaner aber weit weg von der Heimat. In Hall ist nichts zu spüren von Independence Day. Was werden die Goethe-Studenten an ihrem Feiertag hier machen? „Keine Ahnung“, sagt Trevor, „gut essen und Bier trinken vielleicht.“ Vermissen werden sie ihr Land und ihre Tradition nicht. Das Fest könne man durchaus als kitschig bezeichnen.

Manche flüchten vor dem Fest

Nicht alle feiern mit. Es gebe solche, die sich revolutionäre Hüte aufsetzen, rot-weiß-blau anziehen und amerikanische Flaggen schwenken. Andere flüchteten an dem Tag lieber aus den Städten. „Und dann gibt es alles dazwischen“, sagt Kirsten.

Die jungen Amerikaner sind erst am Montag in Hall angekommen, sie hätten anderes im Sinn, als melancholisch zu werden bei dem Gedanken, ihren Nationalfeiertag zu verpassen.

Krieg gegen britisches Königshaus

Der Independence Day erinnert an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776. Zu dieser Zeit führten die Einwohner der 13 Kolonien an der Ostküste Amerikas einen Krieg gegen das britische Königshaus und das britische Parlament, weil sie sich ungerecht behandelt fühlten. Der Krieg begann 1775, doch als er sich weiter hinzog, erkannten die Kolonisten, dass sie nicht nur für eine bessere Behandlung, sondern für ihre Freiheit von der Herrschaft Englands kämpften. sasch

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