Der Bürgermeister der Waldgemeinde Oberrot heiratet die Waldfee. Das halbe Dorf ist auf den Beinen, um bei der kirchlichen Trauung dabei zu sein. Pater Tomy Thomas von der katholischen und Pfarrer Andreas Balko von der evangelischen Kirchengemeinde holen die Braut an der Kirchenpforte ab und geleiten sie zum Altar. Gemeinsam zelebrieren sie den ökumenischen Traugottesdienst. „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, bleibe ich auch“, lautet die Bibelstelle, die sich das Hochzeitspaar als Trauspruch ausgesucht hat. „Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde“, singt die Gemeinde. Oberrot hat jetzt offiziell eine First Lady.

So lernten sich die beiden kennen

Seit seinem Amtsantritt 2012 stand der ledige Bürgermeister unter Beobachtung seiner Gemeinde. Irgendwann sollte die passende Frau für ihn ja dabei sein. In humorvoller Weise schildert Pfarrer Balko, wie das Paar zueinandergefunden hat. Es war bei der Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Schwäbischer Wald – Kulturlandschaft des Jahres“

2015 in Murrhardt. 21 Kommunen waren beteiligt, auch Oberrot. Als Repräsentantin des Schwäbischen Waldes kam Jessica Welz ihren Pflichten nach. Dabei muss die mit Charme und Esprit ausgestattete Waldfee im grünen Feenkleid den Oberroter Bürgermeister so sehr beeindruckt haben, dass er ihr auf Facebook lobende Worte zukommen ließ. Sie dagegen war wenig beeindruckt. Beim Naturparkmarkt im Oktober schenkte sie ihm rein dienstlich eine Brezel. Als sie im April 2016 bei der Sternwanderung zum Finsterroter See im „magischen Dreieck“ Mainhardt-Großerlach-­Wüstenrot nebeneinander herliefen, kam ihr in den Sinn, dass er vielleicht doch ganz nett sein könnte. Ein Grillfest brachte die Wende. Vier Wochen später durfte er seine Angebetete zum Essen einladen.

Beide Ehepartner sind an öffentliche Auftritte gewöhnt

Bei der 925-Jahr-Feier der Orte Ottendorf und Eutendorf im Juli 2016 ließen sich Daniel Bullinger und Jessica Welz erstmals gemeinsam im nördlichen Limpurger Land sehen. Das Pflänzchen Liebe war soeben erblüht und sollte deshalb noch kein Thema für die Öffentlichkeit sein. Aber schon da konnte die Frau an der Seite des Bürgermeisters feststellen, was auf sie zukommt. Allerdings war auch sie öffentliche Auftritte gewohnt. Während ihrer einjährigen Amtszeit als Waldfee hatte sie bei mehr als 25 Veranstaltungen Einheimische und Gäste des Schwäbischen Waldes verzaubert.

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Oberrot

Die gemeinsame Zeit, die ihnen der Beruf lässt, nehmen die Eheleute bewusst wahr. Zu ihren Hobbys zählen Sport, Wandern, Reisen, Wellness, französisches Essen. Er ist eher der ruhige, gelassene Typ, der auf Rock ’n‘ Roll, Punkrock und politisch-geschichtliche Bücher steht, sie die impulsive, sprachgewandte Partnerin, die gern Schlager hört und Krimis liest. Beide können sich sehr gut vorstellen, irgendwann eine Familie mit Kindern zu sein.

Jessica Bullinger stammt aus Gschwend im Ostalbkreis und hat in Gaildorf das Abitur gemacht. 2015 wurde die damals 24-jährige Betriebswirtin zur dritten Waldfee gekürt. Ihren ersten Arbeitsplatz hatte sie in der Geschäftsstelle Murrhardt des europäischen Netzwerks Leader, in der sie an der Weiterentwicklung der Region Schwäbischer Wald mitarbeitete. Inzwischen ist sie als Customer Service Assistant bei Optima Pharma in Schwäbisch Hall beschäftigt.

Daniel Bullinger, Jahrgang 1985, wuchs in Reubach auf. Nach dem Abitur studierte er öffentliche Verwaltung. 2012 wurde er als 26-Jähriger mit 88,45 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister von Oberrot gewählt. Wie sein Vater Dr. Friedrich Bullinger ist er Mitglied der FDP. Seit 2014 gehört er dem Kreistag an.

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