Bis jetzt waren die Verbindungen zwischen Nationalsozialistischem Untergrund (NSU) und dem Haller Ku-Klux-Klan vage. Lediglich bei KKK-Mitglied Thomas R. (V-Mann "Corelli") ist nachgewiesen, dass er Kontakte zu den Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hatte - es gab mindestens ein persönliches Treffen. Außerdem taucht der Name von R. auf der Adressliste von Mundlos auf, die 1998 in einer Jenaer Garage gefunden wurde. Ob der Klan mit dem NSU sympathisierte, ist damit allerdings nicht bewiesen, denn "Corelli" aus Halle an der Saale engagierte sich bundesweit in mehreren Neonazi-Gruppen.

Die Spur nach Hall könnte allerdings doch deutlicher sein, wie das Wochenmagazin "Kontext" nun berichtet. Im Sommer 2006 soll sich demnach Beate Zschäpe in der Wohnung von Gesinnungsgenossen in einem kleinen Ort bei Schwäbisch Hall aufgehalten haben. Das habe, so heißt es im Bericht weiter, ein Hinweisgeber auch gegenüber dem baden-württembergischen Innenministerium und dem Verfassungsschutz erklärt. Der Mann habe angegeben, mit einer ehemaligen V-Frau des Landesamts für Verfassungsschutz liiert zu sein. Er habe derart konkret berichtet, dass er "nicht als bloßer Spinner abgetan werden kann, sondern nach dem Stand der Dinge auch im Münchner NSU-Prozess als Zeuge gehört werden wird", schreibt Autor Thomas Moser.

Verbindungen vom NSU zum Haller Ku-Klux-Klan

Falls sich der Sachverhalt bestätigen sollte, entstehen direktere Verbindungen vom NSU zum Haller Ku-Klux-Klan. Der Geheimbund könnte sich so als Bindeglied zwischen der Terrorzelle und dem Polizistenmord an Michèle Kiesewetter in Heilbronn entpuppen. Denn zum rassistischen Haller Klan gehörten auch die Böblinger Beamten Jörg W. und Timo H. - beide waren Kollegen der Getöteten. Zumindest H. war auch in der Freizeit mit Kiesewetter unterwegs - unter anderem in Discotheken. Am Mord-Tag, 25. April 2007, war er Einsatzverantwortlicher in Heilbronn und nur 250 Meter vom Tatort entfernt, als Kiesewetter mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet wurde.

Günter Loos, Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums, wollte den "Kontext"-Bericht nicht kommentieren. Eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft teilte mit, dass die bisherigen Ermittlungen "keine tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Beteiligung ortskundiger Dritter an den Anschlägen des NSU" ergeben hätten.