Untermünkheim Nora spricht im Trubel nicht

CORINNA JANSSEN 19.11.2013
Da gibt es für die Besucher viel zu sehen: Kaninchen aller Rassen und Farbenschläge, seltene Vögel und Fische. Auch die Aussteller bei der Kleintier- und Vogelschau in Untermünkheim sind zufrieden.

Der Kleintierzuchtverein Untermünkheim, der Vogelliebhaberverein Schwäbisch Hall und der Aquarianerclub Schwäbisch Hall zeigen in der Weinbrennerhalle eine große Artenvielfalt.

"Die kommen auf die Hand", sagt Herbert Wahl, Schriftführer des Vogelliebhabervereins Schwäbisch Hall, und lockt seine Sittiche mit Futter in der Hand an. In einer riesigen Voliere haben sie ein kleines Paradies. Die Besucher der Kleintier- und Vogelschau können durch eine Tür in das Reich der Vögel eintreten. Neugierige Blicke wandern nach oben, wo die Vögel auf Ästen sitzen. "Drei Tage lang dauerte der Aufbau, bis Volieren und Käfige standen", sagt Vorsitzender Volker Tschöpe.

Mittlerweile sitzt ein Sittich auf Wahls Hand. Mit viel Ruhe lässt der Vogelexperte seine Hand nach unten gleiten und hält inne vor den Köpfen der Besucher. Helga Stöcker aus Gailenkirchen und ihre Enkelinnen Corinna (7) und Mira (2) beobachten das Tier fasziniert. Nicht lange und der Piepmatz macht sich wieder auf zu seinen Kameraden.

Der Gelbbrustara Nora von Alfred Zauner zieht Blicke auf sich. Immer wieder versuchen Menschen, den Papagei zum Sprechen zu animieren. Doch Nora schweigt bei dem Trubel. "Sie redet zu Hause", erzählt Zauner, der sie von Hand aufgezogen hat. Vier Wochen lang galt es, alle zwei Stunden zu füttern, bei Tag und Nacht. Mittlerweile ist Nora schon sieben Monate alt.

Die Hasen scheint der Trubel am Sonntagmorgen nicht zu stören. Bei ihnen ist Frühstückszeit. Hungrig fallen sie über das Futter her. Züchter Roland Neumann nimmt einen Deutschen Riesen aus dem Käfig, um ihn den Besuchern zu zeigen. 7,5 Kilogramm bringt das Tier auf die Waage. Warum er diese Rasse züchtet? "Weil sie mir gefallen."

Es handelt sich in der Weinbrennerhalle nicht nur um eine gewöhnliche Ausstellung. Die Tiere wurden am Vortrag einer Jury vorgestellt und bewertet. Von gut bis vorzüglich reicht die Bewertungsskala. Bei Vogel- und Kleintierliebhabern ist die Freude groß. Peter Jekic aus Gelbingen trägt den Titel Gesamtvereinsmeister bei den Vogelfreunden.

Jungzüchter Max Laidig Dritter im Gesamtfeld

Die angegliederte Herdbuchausstellung bei den Hasen hat Hansjörg Opala mit der Rasse Satin-Havanna für sich entschieden. "Er hat sich riesig gefreut", erzählt Desirée Opala, Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins. Die Besonderheit dieser Ausstellung erklärt Landesherdbuch-Abteilungsleiter Württemberg-Hohenzollern Rolf Schmidt: "Es müssen acht Nachkommen eines Vaters vorgestellt werden. Die Tiere dürfen nur von zwei Häsinnen stammen." So wolle man eine Erbfestigkeit erreichen, damit es keine Streuungen gibt.

120 Hasen aus 21 unterschiedlichen Rassen, 54 Stück Geflügel (neun Rassen), 150 Vögel (30 Rassen) und acht Aquarien sind zu sehen. Das Highlight der Ausstellung ist für Opala Jungzüchter Max Laidig aus Eltershofen, der mit seinen Blauen Wienern dritter Pokalsieger im Gesamtfeld wurde.