Hilfsaktion Nikolausgeschenke mit Sinn

Sonja Alexa Schmitz 07.12.2018
Braunsbacher backen Weihnachtsplätzchen und verkaufen 5000 Stück an Firmen in der Region. Der Erlös geht über den Verein „Heart4children“ an eine Schule in Uganda.

In der Whatsapp-Gruppe „Uganda 2018“ hüpft ein Männchen auf und ab. Jakobus Richter hat es gesendet und es drückt seine Freude über den Erfolg seiner Mitstreiter in Braunsbach aus. Jakobus Richter aus Heidenheim ist Initiator des Vereins „Heart4children“, der in Uganda Schulen und Waisenhäuser unterstützt. Seine Braunsbacher Helfer, die Familien Meyer-­Benz, Ehrmann, Bürkle und Kretzschmar, insgesamt 17 Personen, reisten im Mai dieses Jahres nach Afrika, besuchten Schule und Waisenhaus und sind seither voll motiviert. „Man kann mit so wenig dort so viel erreichen“, zeigt sich Barbara Meyer-Benz  fasziniert.

Nach einem Treffen im Juli war die Sache beschlossen. Die Bäckerei Kretzschmar stellt Backstube und Zutaten zur Verfügung. Gemeinsam sollen Plätzchen gebacken werden. Die mit vereinten Kräften gebackenen Hoffnungssterne werden dann am Nikolaustag an Firmen und Betriebe verkauft. Hoffnungsstern statt Schokoweihnachtsmann, das ist die Idee dahinter. Abgeschaut haben sie diese Art der Spendengewinnung beim Lions-Club in Bad Wimpfen, der diese Aktion mit 27 500 verkauften Berlinern vorexerziert hat.

Schöne Erfahrung

Alexander Meyer-Benz ist dort Mitglied und erzählt von der schönen Erfahrung, bei der Backwarenübergabe in strahlende Gesichter zu schauen. Kein Wunder: „Einerseits wird man zum Beschenker seiner Mitarbeiter, andererseits zum Beschenker der Kinder in Uganda“, begeistert sich Barbara Meyer-Benz.

100 Firmen bestellen Sterne

Die Braunsbacher haben sich vorgenommen, dass jeder mindestens einen Kunden gewinnen muss – auch die Kinder, die zur Gruppe dazugehören. Nach anfänglicher Schüchternheit wurden Schuldirektoren und Chefs angesprochen. Mit Erfolg. Nahezu einhundert Besteller, die zusammen 5000 Hoffnungssterne in Auftrag gegeben haben, sind mit von der Partie. Ein Stern kostet einen Euro, macht 5000 Euro Spendeneinnahmen. Das ist gut die Hälfte von dem, was die ugandische Schule monatlich braucht. Davon wird nicht nur der laufende Betrieb bezahlt, sondern auch weitere Anbauten.

Mehrmals treffen sich unterschiedliche Gruppierungen der Uganda-Unterstützer in der Backstube in Obersteinach. An zwei Nachmittagen stechen sie die 5000 Sterne aus. Markus Kretzschmar sorgt für den Teig, der kleine Sohn Rico trägt ihn auf der Rolle zum Ausstecherteam, rollt ihn aus und die Erwachsenen legen die Sternschablonen auf.

In der Backstube ist es warm

Draußen regnet es in Strömen, in der Backstube ist es warm, das Radio läuft, wird aber von der heiteren Unterhaltung übertönt. Kretzschmars versorgen die Bäcker mit Kaffee, Kuchen und allem, was Herz und Magen begehren. In der Nacht auf den Nikolaustag wird gebacken, damit die Hoffnungssterne pünktlich zur Auslieferung bereitstehen. In zehn Touren, im Umkreis bis 30 Kilometer, wird ausgefahren. Renate Kretzschmar und Franziska Bürkle koordinieren die Routen der elf Fahrer. Früh aufstehen ist angesagt: Die ersten Plätzchen müssen bereits um sechs Uhr bei den Bestellern sein. Es sind Handwerksbetriebe dabei, die ihre Mitarbeiter nur bei Arbeitsbeginn um 6.30 Uhr sehen und die dann auf den Baustellen sind. Ihnen wird der mit Liebe gebackene Stern aus Hefeteig sicher schmecken.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel