Beruf Niemann: „Politik ist ein Vollzeitjob“

Jutta Niemann spricht vor Haller Schülern.
Jutta Niemann spricht vor Haller Schülern. © Foto: Privatfoto
Schwäbisch Hall / Jochen Schmidt 15.02.2017
Die Grünen-Landtagsabgordnete Jutta Niemann diskutierte mit Haller Schülern über Bürgerengagement.

Jutta Niemann folgte einer Einladung von Schülern des Neigungsfachs Gemeinschaftskunde am Erasmus-Widmann-Gymnasium und berichtete von ihrer parlamentarischen Arbeit. Politik fängt für sie dort an, wo sich Menschen engagieren und anderen helfen. Ihr eigener Weg in der Kommunalpolitik begann damit, dass sie sich für den Erhalt von Kinderspielplätzen in Hessental einsetzte. Die größten Unterschiede zwischen Kommunal- und Landespolitik sieht sie in der Professionalisierung. Landespolitik sei ein Vollzeitjob, bei dem Lebenserfahrung allein nicht reiche. Man müsse sich Expertenwissen erarbeiten, habe dafür aber auch Mitarbeiter zur Verfügung. Auch um eine Homepage und Facebook komme sie als Abgeordnete nicht herum.

Sakkopflicht für Männer

Die Schüler stellten viele Fragen, etwa zum Dresscode im Landtag (Schultern bedeckt bei Frauen, Sakkopflicht bei Männern), zur Höhe der Diäten (orientieren sich an oberen Beamtengehältern) und zum Umgang mit der neu im Landtag vertretenen AfD. Das Verhältnis zur AfD bezeichnete die Abgeordnete als schwierig, denn für die AfD-Fraktion seien Pöbeleien und Lacher oft wichtiger als Sachpolitik. Insgesamt hält Niemann es für ein Problem, dass Zukunftsthemen wie Ressourceneffizienz medial schwierig zu vermitteln und deshalb wenig schlagzeilenträchtig seien.

Nicht nur die Schüler stellten Fragen. Niemann wollte wissen, ob sie sich Volksabstimmungen auf Bundesebene und eine Senkung des Wahlalters auf 16 wünschten. Da der Kurs zwiegespalten war, entstand eine Diskussion über Bürgerverantwortung und Populismus – so spannend, dass die Schüler das Stundenende ignorierten.