Schwäbisch Hall Nicht nur über die Runden helfen

Gestricktes mit dem "Brot für die Welt"-Motto: Am Stand der Haller Gesamtkirchengemeinde.
Gestricktes mit dem "Brot für die Welt"-Motto: Am Stand der Haller Gesamtkirchengemeinde. © Foto: WOLF-DIETER RETZBACH
Schwäbisch Hall / WD 07.12.2015
Mehr als 800 Millionen Menschen weltweit leiden unter Hunger und Unterernährung. Mit den Erlösen des 36. Brot-für-die-Welt-Markts am Milchmarkt soll Kleinbauern in Dritte-Welt-Ländern geholfen werden.

. "Wir haben bald Autos, die computergesteuert über die Autobahnen fahren können. Wir sind technisch so weit, aber das Hungerproblem auf der Welt bekommen wir nicht in den Griff." Maike Ulrich, Pfarrerin der Lukasgemeinde, zieht diesen Vergleich, um ihr Unverständnis darüber auszudrücken, dass Millionen Menschen hungern müssen und unterernährt sind. Diese "Unrechtsstruktur" sei von Menschen geschaffen, das Problem gewollt, "weil daraus Profit gezogen wird". Die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" sei "wichtiger denn je, weil sie auf die Strukturen aufmerksam macht, die Armut produzieren". Ulrich spricht über die Agroindustrie, also die industrielle Produktion von Lebensmitteln durch meist transnationale Unternehmen, die Kleinbauern vor Ort unter Druck setze. "Brot für die Welt" kämpft unter dem aktuellen Motto "Satt ist nicht genug" gegen den Hunger. "Regionale kleinbäuerliche Vielfalt bekämpft ihn viel wirksamer als agroindustrielle Großproduktion", sagt Ulrich.

Deshalb veranstalteten Engagierte aus dem evangelischen Kirchenbezirk - Kirchengemeinden, Sonnenhof, Methodisten, Schüler - am Samstag den 36. "Brot-für-die-Welt-Markt": Mit den Erlösen werden Partnerorganisationen unterstützt, die Kleinbauern dabei helfen, von großen Samenproduzenten unabhängig zu bleiben. "Brot für die Welt" helfe den Menschen "nicht nur über die Runden, sondern verändert mit Hilfe der Partnerorganisationen auch die Strukturen vor Ort", betonen Maike Ulrich und Klaus Schüler, Hauptorganisator des Markts.

Mindestens 50 Leute bereiteten das Jahr über die Veranstaltung vor, bei der an mehreren Ständen Selbstgestricktes, Handgearbeitetes, Gebäck, Fotokalender, CDs, Säfte, Würstchen und mehr verkauft wurde. Thomas Deeg, Kirchengemeinderatsvorsitzender in der Lukasgemeinde, hilft seit acht Jahren beim Auf- und Abbau des Marktes mit. Das sei das Mindeste, was für Hungernde getan werden können. "Es geht", sagt Deeg über seine Mithilfe, "um christliche Barmherzigkeit."

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