Schwäbisch Hall Neustart in der Gründerhalle

Mike und Mario Neubauer vor einer selbst entwickelten und hergestellten Maschine, mit der Schlitze und Löcher in Rohre gestanzt werden können. Diese ermöglicht eine Kostenersparnis von rund 50 Prozent. Mit der Maschine lässt sich dermaßen schnell arbeiten, dass sie zuletzt stillstand, weil das Material nicht schnell genug nachgeliefert werden konnte.
Mike und Mario Neubauer vor einer selbst entwickelten und hergestellten Maschine, mit der Schlitze und Löcher in Rohre gestanzt werden können. Diese ermöglicht eine Kostenersparnis von rund 50 Prozent. Mit der Maschine lässt sich dermaßen schnell arbeiten, dass sie zuletzt stillstand, weil das Material nicht schnell genug nachgeliefert werden konnte. © Foto: just
Schwäbisch Hall / JÜRGEN STEGMAIER 06.05.2015
In der jüngsten Gründerhalle des Haller Technologiezentrums scheint dem Unternehmen der Familie Neubauer ein guter Neustart zu gelingen. Geschäftsführer Mike Neubauer lobt den Standort im Solpark.

Die Neubauer GmbH und Co.KG fertigt komplexe Blechbaugruppen in Stahl, Edelstahl und Aluminium. Rohre biegen, Bleche stanzen und kanten, Metall schweißen und beschichten - das ist die Basis, auf die sich Neubauer stellt.

Geschäftsführer sowie Gesellschafter sind Mike Neubauer (27 Jahre) sowie dessen Bruder Mario (24). Stiller Gesellschafter ist ihr Vater Günther (54). Mike Neubauer ist Industriemechaniker-Meister, Mario Neubauer Techniker auf dem Gebiet der Automatisierung. Die Familie hatte zuvor in Obersulm-Willsbach die Neubauer-Metalltechnik betrieben. Diese Gesellschaft ging in die Insolvenz, nachdem ein Großkunde seine Produktion nach Fernost verlagert hatte. "Die Voraussetzungen haben daraufhin nicht mehr gepasst. Mit Billiganbietern in China können wir nicht konkurrieren", sagt Mike Neubauer ohne den Ton des Bedauern. Das Unternehmen hatte auf 3000 Quadratmetern mit 40 Mitarbeitern gearbeitet. Fünf dieser Mitarbeiter wurden für den Neustart übernommen. Insgesamt hat die Neubauer GmbH und Co.KG jetzt zwölf Beschäftigte.

Das Nachfolgeunternehmen hat sich breiter aufgestellt. Von einem großen Kunden will Neubauer nicht mehr abhängig sein. Inzwischen baut die Firma auf einen Kreis von rund 50 Kunden. Dazu gehören VW in Salzgitter und Audi in Ungarn. 90 Prozent der Produktion geht nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Bald nach der Neugründung wird der Platz knapp

Für den Neustart investierte Neubauer: 315.000 Euro in diesem Jahr, 120.000 im zurückliegenden. Einen Teil der Maschinen kaufte Neubauer aus der Insolvenzmasse.

Schwierig sei es gewesen, diese Investitionen über regionale Bankhäuser zu finanzieren. Der Maschinenbauer Trumpf sei bei der Finanzierung erheblich kooperativer gewesen. Von dem renommierten Unternehmen stammen ein Laserschneider sowie eine Abkantbank.

Ausgesprochen lobend äußert sich Neubauer über die Firma Würth, die die Befestigungstechnik liefert. "Dort hat man sich um uns gekümmert. Bei vielen anderen Händlern haben wir nur gegen Vorauskasse Ware erhalten. Die Zusammenarbeit war wirklich gut - nicht nur zu Zeiten, in denen es ohnehin gut läuft", sagt Mike Neubauer.

Im Herbst des zurückliegenden Jahres bezog das junge Unternehmen zunächst ein Drittel einer Gründerhalle in der Staufenbergstraße, nahe des großen Hangars. "Wir haben schon bald bemerkt, dass der Platz zu eng wird", erzählt Mike Neubauer. Nachdem zwei neue, große Maschinen angeschafft wurden, reichte der Platz dann nicht mehr aus. Neubauer mietete das noch freistehende Hallenteil zusätzlich an.

Dass die beiden Drittel der Halle nicht aneinander grenzen, stört Mike Neubauer kaum. Zwischen den beiden Hallenteilen residiert das junge Unternehmen Maigrau, das Möbel herstellen lässt.