Behörde Neues Haller Polizeirevier: Umzugslaster stehen bereit

Die Muschelkalkfassade des neuen Polizeireviers ist bereits angebracht, auch die Eingangstafel ist im Boden verankert. Einige Pflasterarbeiten müssen im Außenbereich noch fertiggestellt werden.
Die Muschelkalkfassade des neuen Polizeireviers ist bereits angebracht, auch die Eingangstafel ist im Boden verankert. Einige Pflasterarbeiten müssen im Außenbereich noch fertiggestellt werden. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 04.09.2018
Das Polizeigebäude an der Salinenstraße ist fast fertig. Diese Woche werden erste Möbel aufgebaut. Am Montag beginnt die heiße Umzugsphase.

Rund 1000 Umzugskisten sind bestellt. Jetzt geht es ans Sortieren, dann ans Packen. In den Fluren im Haller Gräterweg und Im Lehen herrscht Aufbruchstimmung. Nach fast 40 Jahren verlässt die Polizei mit rund 100 Bediensteten das Provisorium in den umfunktionierten Wohngebäuden und zieht in den Neubau an der Salinenstraße. Dort sind die Arbeiten auf der Zielgeraden. Die Hülle des dreistöckigen Gebäudes in L-Form aus Muschelkalk ist geschlossen, alle Fenster installiert, die Beschriftungen an der Eingangstafel angebracht.

Ein Drittel der Möbel wird neu

Auch innen ist das meiste abgeschlossen, berichtet der Haller Polizeichef Thomas Heiner. „Das oberste und mittlere Stockwerk sind bezugsfertig.“ Unten wird noch an der Technik getüftelt.

Rund zwei Drittel der vorhandenen Möbel – alles, was in lichtgrau gestaltet ist – nimmt die Polizei aus dem alten Revier mit. Ältere Tische, Kommoden und Schränke in der Farbe braun werde aussortiert. Ersatz wird von dieser Woche an im Neubau installiert. Der eigentliche Umzug für die Beamten beginnt am Montag, 10. September. Dann werden Möbel und Kisten aus dem alten Revier geholt.

Geprüftes Umzugsunternehmen

Für Heiner ist es eine „Operation am offenen Herzen“. Die Polizei sei schließlich rund um die Uhr im Einsatz. Seit 2017 werde an der logistischen Herausforderung geplant. Dass der Umzugstermin wegen Verzögerungen vom 30. Juni auf den ersten Schultag verschoben wird, sei letztlich ein Vorteil, so Heiner. „Dann ist die Urlaubszeit ’rum und die meisten Kollegen sind zurück.“

Nun werde Raum für Raum abtransportiert, damit die einzelnen Arbeitsplätze nur kurz ausfallen. Kollegen aus freien Schichten würden aktiviert, damit der Streifendienst abgedeckt werden kann. „Der tatsächliche Ausfall beträgt pro Beamten einen halben bis ganzen Tag“, meint Heiner.

Beauftragt für den Umzug ist das sächsische Unternehmen „LaHeRo“, das laut Heiner eine Sicherheitsprüfung durchlaufen hat. „Wir verpacken die Akten, das Unternehmen transportiert sie.“ Sensibles Material, etwa als geheim eingestufte Dokumente, würden von den Beamten selbst ins neue Revier gebracht.

Kosten: 9,5 Millionen Euro

Wann die neue Adresse gilt, sei noch unklar, teilt Michael Greiner, Chef des Landesamtes für Vermögen und Bau in Heilbronn, mit. Noch müsse die Technik abgestimmt werden, alle Prozesse funktionieren. „Es geht auch um die Erreichbarkeit des Notrufs. Da darf es kein Leck geben.“ Heiner erläutert, dass eine komplett neue Leitstelle installiert wird – mit großen Bildschirmen und modernen Computern.  „Das muss alles zu 100 Prozent funktionieren, bevor wir das System umschalten.“ In wenigen Tagen soll das aber der Fall sein.

Aber nicht nur die Technik sei  modern, sondern das ganze Gebäude. Die Kollegen erwarteten helle Räume in Innenstadtlage. Der Empfangsbereich sei deutlich größer und biete durch Glasflächen einen Blick nach innen. Dennoch seien nicht alle Mitarbeiter glücklich über den Neubau. Denn die neuen Büros sind deutlich kleiner. „Wir hätten damals schnell bauen müssen“, meint Heiner. Als aber mit der Polizeireform 2012 die einstige Direktion Hall zum Revier degradiert wurde, da wurde auch am Bauprojekt munter gestrichen – von 30 Millionen Euro Volumen auf Stand heute 9,5 Millionen Euro.

„Das Ziel, mehr Platz zu haben, ist in weite Ferne gerückt“, ergänzt der hiesige Polizeichef. Da das Objekt keinen Keller habe, seien Technikräume in den oberen Stockwerken verteilt. „Ein eigentlich tolles Dienstzimmer mit großer Fensterfront wird für die Aktenaufbewahrung benötigt.“ Keines der Büros sei klimatisiert, lediglich Leitstelle sowie Server- und  Schulungsraum. Doch auch am Gräterweg gab es keine Klimaanlage, dafür konnten Beamte die nahegelegene Kantine der Bausparkasse für die Verpflegung nutzen. Diese ist nun innerhalb der Pause kaum zu erreichen.

Bald mehr Fahrradstreifen

„Wir wollen nicht nur klagen, es hat schließlich auch Vorteile, mitten in der Stadt zu sein“, meint Heiner, auch mit Blick auf das gastronomische Angebot. Das Revier werde nun häufiger Fahrradstreifen einsetzen und mehr präsent sein. Zudem sei der Weg zur Staatsanwaltschaft im angrenzenden Gebäude deutlich verkürzt.  Die wichtigste Neuerung aber, so Heiner: Die Haller Polizei beziehe nach 40 Jahren endlich ein als Revier konzipiertes Gebäude mit all seinen Vorteilen.

Offiziell eingeweiht wird das Gebäude am 19. November. „Wir brauchen den Vorlauf, um unter anderem auch die Gäste zu laden“, meint Michael Greiner.

Keine Parkplätze mehr für die Beamten

„Ein großes Ärgernis, das den Kollegen an die Nieren geht, ist die Parkplatzproblematik“, meint Polizeichef Thomas Heiner. Die 30 künftig verfügbaren Stellplätze würden für die 26 Dienstfahrzeuge benötigt. „Wir müssen für Besucher Plätze vorhalten, etwa für Kollegen aus anderen Revieren, die bei uns Schießübungen machen.“ Alle Beamten seien angewiesen, sich privat um Parkplätze zu kümmern. Zuschüsse gibt es nur für den Linienverkehr. „Aber manche Schichten im Streifendienst beginnen und enden zu Zeiten, wo kein Bus fährt.“

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