Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH  Uhr
Für rund 200.000 Euro entsteht bis Ende April eine Rechtsabbiegespur an der Westumgehung. Die soll ein Chaos auf der Kreuzung verhindern, wenn zusätzlicher Verkehr wegen einer Sperrung in Untermünkheim rollt.

Jetzt muss plötzlich alles schnell gehen. "In der Ausschreibung ist vertraglich geregelt, dass die Arbeiten bis Ende April abgeschlossen sind", erläutert Reinhold Goisser, Leiter des Haller Tiefbauamts. Der Bau- und Planungsausschuss des Gemeinderats soll am 9. März eine der Firmen, die sich bewerben, mit dem Bau einer Rechtsabbiegespur beauftragen. "Kurz darauf kann losgebaut werden." Die Zeit dränge. Durch die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Untermünkheim von Mai bis November - dort wird eine Überdolung saniert - fahren mehr Autos als sonst über die Westumgehung. Bis dahin soll die Kreuzung erneuert sein. "Es wird dadurch auf jeden Fall eine Entlastung geben", verspricht Goisser.

Baukosten belaufen sich auf 197.000 Euro

Auf die warten einige Autofahrer schon jetzt. Während der Verkehr in Richtung Hall meist flüssig läuft, stauen sich die Autos auf der kombinierten Geradeaus- und Rechtsabbiegespur. Das soll sich nun ändern, kündigt Erwin Tiroke, Leiter des Amts für Straßenbau im Landratsamt an, der für die Westumgehung zuständig ist. "Die Leitplanke wird versetzt, die Radweg-Unterführung um einen Bogen erweitert und der neue Fahrstreifen angelegt." Grundstückskäufe seien nicht nötig. Für Rechtsabbieger nach Michelfeld wird es keine Ampel mehr geben. Sie können die Signalanlage auf der neuen Spur links liegen lassen, fädeln sich an einem rot-weißen "Vorfahrt gewähren"-Schild in den Verkehr der Bundesstraße ein.

Von den reinen Baukosten (197.000 Euro) dafür trägt der Bund 61 Prozent, die Stadt Hall 19 Prozent und der Landkreis 20 Prozent. Der Landkreis-Ausschuss für Umwelt und Technik hat das kürzlich zur Kenntnis genommen.

Warum kommt die Entlastung erst jetzt, wenn der Verkehrskollaps durch die Sperrung der Durchfahrt in Untermünkheim von Mai bis November droht? Tiroke erklärt: "Erste Signale der Stadtverwaltung, eine Straße ins Gewerbegebiet zu bauen, kamen, als wir mit der Westumgehung fast fertig waren." Daher wurde zunächst kein zusätzlicher Fahrstreifen angelegt.

Anwohner von Heimbach wehrten sich bis zuletzt gegen die Weiterführung der Westumgehung in Richtung Luckenbacher See. Sie waren gegen den Verkehr so dicht an ihren Häusern. Tiroke bestreitet, dass es durch die Dr.-Max-Bühler-Straße einen "massiven Durchgangsverkehr" von der Westumgehung über die Raibacher Straße in Richtung Limpurger Land gebe. Er findet dazu Indizien: "Ich sehe regelmäßig Lastwagen über das Gaildorfer Dreieck fahren."


Kommentar: Westumgehung wird länger

Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos auf der kombinierten Geradeaus- und Rechtsabbiegespur. Autofahrer bezahlen die Fehlplanung jeden Tag mit kostbarer Lebenszeit, die sich in Wartezeit verwandelt. Der Missstand wird behoben. Warum nicht gleich? Das Kompetenz-Hick-Hack zwischen Stadt und Landkreis ist dem Autofahrer reichlich egal. Besser wäre es von allen gewesen, von Anfang an offen und ehrlich von einer Verlängerung der Westumgehung zu sprechen und sie auch als solche zu planen.

TOB