Auf die Mülldeponie Hasenbühl kommt ein Deckel, denn die Umwelt darf weder durch Sickerwasser noch durch Gas belasten werden. Das Thema Klimaschutz, die Reduzierung von Gasemissionen, rückt in der vergangenen Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses in den Vordergrund. Dafür gibt es auch Zuschüsse.

Für den Nachweis „eines mindestens 50-prozentigen Treibhausgasminderungspotenzials“ fließen Fördermittel in Höhe von 50 Prozent der Investition, der Bund schießt 450.000 Euro dazu. „Eine Voraussetzung, um an diese Fördermittel zu kommen, ist eine Potenzialstudie“, erläutert Projektleiter Martin Richter, der bei der Firma contec in Herrenberg arbeitet. Die hat von der Schwäbisch Haller Kreisverwaltung den Auftrag für eine Bestandsaufnahme und eine Potenzialanalyse bekommen.

Die Deponie Hasenbühl hat ein Entgasungssystem. Das Gas wurde von 2000 bis 2013 verwertet und dann wegen rückläufiger Gasmengen und der Insolvenz der Betreiber eingestellt. Seitdem wird es abgefackelt, thermisch behandelt. Fackelanlage und Gasförderstation sind 16 Jahre alt und technisch veraltet. Der Experte erläutert Konzepte zum Thema Entgasung und geht dabei auf die Erzeugung von Eigenstrom und Wärmenutzung ein. Die Potenzialanalyse betrachtet den Zeitraum von 2018 bis 2042. Wenn durch technische Erneuerung mehr Gas abgesaugt wird, reduziert sich die Emission in den 25 Jahren um rund 67 Prozent, rechnet der Experte. Das würde reichen, um Fördermittel zu bekommen. Die Kosten lägen bei dieser ersten Variante bei rund 650.000 Euro. Die Hälfte würde gefördert, den Rest müsste der Kreis zahlen.

„Was kann die Deponie derzeit im Bereich Energie noch leisten?“, fragt Gottfried Gronbach (Bündnis 90/Die Grünen) nach. Das sei so gering, dass es keine Verwertung mehr gebe, antwortet Joachim Lehner. Der contec-Geschäftsführer macht deutlich, dass die Gasproduktion im Laufe der Zeit immer weiter abnehme. Lehner nennt zwei weitere, förderfähige Varianten mit höheren Investitionskosten. Bei der Gasbehandlung entstehe Wärme, die eventuell genutzt werden könne, um Betriebsgebäude des Wertstoffhofes zu heizen, Hackschnitzel zu trocknen. Zudem ließe sich mittels Einsatz eines Motors Eigenstrom auf der Deponie erzeugen. Die Varianten werden nun näher untersucht. Die Experten erstellen eine Machbarkeitsstudie und blicken dabei auf die Wirtschaftlichkeit. Das kostet 3332 Euro.

Abdichtung der Mülldeponie: Ende März 2017 sollen fünf Hektar fertig sein


Aus der Vogelperspektive erscheinen riesige Planen. Laster und Bagger sind mit Erde unterwegs. Auf der Mülldeponie Hasenbühl in Schwäbisch Hall-Hessental laufen derzeit Bauarbeiten. Was wird gemacht? Diplom-Ingenieur Catalin Iliesiu zieht im vergangenen Technik- und Umweltausschuss Zwischenbilanz zum Müllberg, der seit über elf Jahren außer Betrieb ist. Zwischen 1977 und 2005 wurden rund 1,65 Millionen Kubikmeter mechanisch-biologisch vorbehandelte Siedlungsabfälle abgelagert. Derzeit bekommt die Deponie einen Deckel, damit die Umwelt weder durch Gas noch durch Sickerwasser belastet wird. Eine Schicht der Verdichtung besteht aus Kunststoff. Mittlerweile sind 66 000 Quadratmeter mit grauer Bahn bedeckt worden, rund 70 Prozent der geplanten Fläche, erläutert der Projektleiter. Darüber wurde mit 33 000 Tonnen Schotter eine 25 Zentimeter mächtige Entwässerungsschicht aufgebaut. Zudem wird rekultiviert sowie aufgeforstet. Auch an Zauneidechsen wurde gedacht, die am Waldrand Sandsteinaufschüttungen annehmen sollen. Wie geht es weiter? Weitere Kunststoffdichtungsbahnen kommen drauf, Rekultivierungsmaterial wird angeliefert und verarbeitet. Ziel: Ende März 2017 soll eine Fläche von fünf Hektar fertig sein, auf der alle Gasbrunnen ans Entgasungssystem angeschlossen werden, um das Gas abzufackeln, die Methanemissionen zu reduzieren. Die Gesamtfläche hat rund 14 Hektar, der Ablagerungsbereich umfasst rund 9,2 Hektar. Kosten für die Abdeckung: rund neun Millionen Euro.